Bilderleiste
Kinder- und Jugendschutzstelle Hörstel bezieht neue Räume

"Chancen sind wie Sonnenaufgänge. Wer zu spät kommt, verpasst sie." - mit diesen Worte begrüßte Geschäftsführer Gerd Dworok 150 Gäste bei der Eröffnung des neuen Gebäude der Jugendschutzstelle in Hörstel. Nach fünfjähriger Planungsphase konnte das speziell für seinen Zweck erbaute Objekt nun seiner Bestimmung übergeben werden. Hochrangige Vertreter aus Kirche und Politik liessen es sich nicht nehmen, bei der Einweihungsfeier dabei zu sein. Sie lobten in ihren Grußworten die wertvolle pädagogische Arbeit und die herausragende Bedeutung für das Kreisgebiet. Die "Schutze", wie sie schon mal genannt wird, existiert nun seit 27 Jahren. Rund 300 Kinder und Jugendlichen benötigen aktuell jährlich diese kompetente Anlaufstelle.

Das sonnige Wetter sorgte bei den Organisatoren der Einweihungsfeier schon für entspanntere Gesichter. Schließlich hätte die große Zahl der Gäste aus dem gesamten Kreisgebiet nicht ins neue Haus gepasst, obwohl es größer und funktionaler als der bisherige Standort ist.

Vom bisherigen Sitz an der Rheiner Straße, nur wenige hundert Meter weiter in das neue Domizil, an der Laugestraße wird nun die Kinder- und Jugendschutzstelle verlegt. Dort hat Investor Hermann Berentelg aus Recke nach den Vorgaben der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland ein Gebäude mit zwei trennbaren Wohn- und Schlafbereichen bauen lassen. Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 17 Jahren, die schnell Hilfe und Schutz benötigen, können dort rund um die Uhr aufgenommen werden. Das Gebäude ist ausgelegt für 10 bis zu maximal 16 Unterbringungsmöglichkeiten. Daneben gibt es zwei Appartments für Jugendliche.

„Immer dann, wenn nichts mehr geht, greift unsere Arbeit“, so formulierte es Geschäftsführer Gerd Dworok bei der Begrüßung der rund 150 Gäste aus Politik, Verwaltung, Kirche und dem Sozialbereich. Die Jugendschutzstelle als neutraler Ort ermögliche es, nach „maßgeschneiderten, individuellen“ Konzepten für jedes Kind zu suchen, um die Krise innerhalb der Familie zu bewältigen. Dazu stehe den Verantwortlichen ein breites Hilfesystem zur Verfügung.

Zur Einweihung der neuen Kinder- und Jugendschutzstelle hießen Georg-Friedrich Becker und Martin Klein unter anderem den Arbeits- und Sozialminister des Landes, Karl-Josef Laumann, Superintendent Hans Werner Schneider, Abgeordnete aus Land und Bund, Verantwortungsträger aus der Kreispolitik sowie mehrere Bürgermeister und zahlreiche Fachleute aus Partnerinstitutionen willkommen. Alle lobten in ihren Grußworten die wertvolle und zugleich schwierige Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gleichwohl müsse die Gesellschaft, so zum Beispiel Karl-Josef Laumann, sich hinterfragen, wie es dazu komme, dass von anfangs 34 Aufnahmen im Jahr heute über 300 Aufnahmen notwendig seien. Schon angesichts der Kostenexplosion im Jugendhilfebereich müsse man auf vielfältige Weise versuchen solche traurigen Entwicklungen Einhalt zu gebieten.


Als Geschenk hatte der zuständige pädagogische Leiter Georg-Friedrich Becker ein Foto von der eichenen Eingangstür am bisherigen Standort in Originalgröße dabei. Damit brachte er neben der Erinnerung auch zum Ausdruck, welchen Stellenwert das neue Haus für die Betroffenen habe. Die im Alltag praktizierte Tür-Regel habe im Hause eine ganz hohe Bedeutung. Denn niemand könne einfach so in das Haus gelangen. Stets muss ein Mitarbeiter die Eingangstür öffnen bzw. im Blick haben. „Die Tür ist das Symbol für Schutz und für die Krisensituation“, sagte Becker, „die Tür lässt die Bedrohung draußen. Viele Kinder sind einer akuten Gefahr entkommen.“

Der Westdeutsche Rundfunk - Studio Münsterland - berichtete am 25.6. über die Arbeit der Kinder- und Jugendschutzstelle. Die Datei ist aber leider nicht mehr verfügbar.