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Anbau der OGGS der Paul‐Gerhardt‐Schule in Emsdetten

Am 25.10.2008 wurde im Rahmen einer Feierstunde der neue Anbau an der Paul-Gerhardt Schule in Emsdetten eingeweiht. Begrüßt wurden die Gäste gemeinsam durch Frau Hermes, der Schulleiterin und Andrea Kestermann, der Leiterin des Offenen Ganztags. Die OGS-Kinder des 1. Schuljahres hatten mit Sandra Feldkämper das OGS Lied geprobt und die Kinder der 4a haben die „Carmen-Ouvertüre“ aufgeführt. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein, von Eltern liebevoll zusammen gestelltes internationales Büffet. Neben vielen Mitwirkenden, Bürgermeister Moenikes und Vertretern der Stadt, dem Geschäftsführer der Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmhH Gerd Dworok, der Schulrätin Karin Kindervater sowie Pastorin Verena Mann und Dechant Wolfgang Benden kam auch Petra Schlagmann als OGS-Elternvertreterin zu Wort. Mit ihrer Ansprache über die Entwicklung der OGS in den vergangenen vier Jahren konnte sie alle Anwesenden beeindrucken. Sie beschreibt in ihrer Rede ihre eigene „OGS- Biographie“ von einer OGS- Kritikerin hin zu ihrer engagierten Beteiligung am aktuellen Geschehen als Elternvertreterin.

Ansprache anlässlich der Einweihung des Anbaus der OGGS der Paul‐Gerhardt‐Schule, Emsdetten

verfasst und vorgetragen von Petra Schlagmann, Elternvertreterin der OGS

Sehr verehrte Anwesende,

vor rund 3 Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ausgerechnet ich es bin, die heute hier im Namen der Eltern ein paar Worte zur Einweihung des Anbaus der OGS sagen darf.

Warum nicht?
Nun, der ein oder andere Anwesende wird sich vielleicht noch daran erinnern, dass es in der Planungsphase der OGS eine Mutter gab, die das ganze Konzept immer wieder sehr kritisch hinterfragt hat. Muss mein Kind nun jeden Tag bis 16.30 h in der Schule bleiben? Kommt unser Familienleben nicht zu kurz? Ist eine gute Hausaufgabenbetreuung gesichert? Gibt es qualifiziertes Betreuungspersonal? Was ist mit dem Mittagessen? Wie flexibel und wie gut ist dieses Konzept? Also letztendlich – wird es meinen Kindern und mir damit gut gehen?

Diese Mutter war ich.
Das ist wie gesagt ca. 3 Jahre her und inzwischen hat sich natürlich viel getan. Die OGS ist von 2 auf 4 Gruppen angewachsen – also rund 100 Kinder, die betreut werden – und ich denke, das spricht schon für sich selbst. Die Hausaufgabenbetreuung funktioniert, die Freizeitangebote sind reichhaltig, es gibt für alle! ein warmes Mittagessen und das Team ist kompetent und engagiert. Und trotz allen – sicher notwendigen – festen Regelungen ist immer noch eine gewisse Flexibilität möglich.

Mein Sohn (der inzwischen die Schule verlassen hat) hat sich sehr wohl gefühlt und gerade bei ihm habe ich festgestellt, dass es auch wichtig und gut ist, dass es einige männliche Betreuer gibt. Da die Grundschule einfach oft sehr „frauenlastig“ ist und viele Jungs heute bei ihren allein erziehenden Müttern aufwachsen, ist das für mich ein großer Pluspunkt in der Ganztagsbetreuung.

Meine Tochter fühlt sich in der OGS ebenfalls sehr wohl, und ich stelle immer wieder fest, dass der Besuch der OGS auch soziales Lernen bedeutet – und Freizeitbeschäftigung jenseits von Fernseher und Computer. Und an manchen Tagen, an denen ich meine Kinder endlich von dem ja auch so langen Schultag abholen wollte – musste ich warten – sie waren noch beschäftigt ‐ mit irgendeiner gerade super spannenden AG.

Von den meisten anderen Eltern höre ich ähnliches – und für mich – und sicher viele andere Eltern, die darauf angewiesen sind – ist es ein großer Vorteil, unsere Kinder sicher und gut betreut zu wissen.

Kurz gesagt – das Konzept funktioniert.
Und – für die kritischen Stimmen: Auch wenn es sicher noch ein paar „Baustellen“ gibt und nicht Alle alles gut finden – im Großen und Ganzen denke ich, dass wir alle gemeinsam auf einem guten Weg sind, auch weil wir die Baustellen nicht „liegen lassen“ sondern beharrlich daran arbeiten.

Und deshalb stehe ausgerechnet ich heute hier und möchte mich – ich denke im Namen von vielen Eltern – einfach mal bedanken. Bedanken natürlich erst einmal bei einem tollen OGS‐Team, das engagiert ist, viel Spaß an seiner Arbeit hat und immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Wünsche der Eltern. Bedanken bei einer Schule, die „ihre“ OGS wichtig nimmt und als echten Partner sieht und die sich immer wieder mit einbringt. Bedanken bei einer Stadtverwaltung, die sich – über das normale Maß hinaus – sowohl finanziell als auch persönlich engagiert. (Ich denke da z. B. an den Anbau, in dem wir hier gerade sitzen und an "kein Kind ohne Mahlzeit") Bedanken aber auch bei unseren Eltern, von denen sich viele sehr engagiert in das Konzept einbringen. Bedanken bei allen Beteiligten für ihr Engagement, vor allem aber für ihre Bereitschaft zur Kooperation ‐ Zusammenarbeit also – ein Miteinander.

Und dieses „Miteinander“ ist es vielleicht, was aus einem Konzept eine funktionierende Lösung macht und dieses „Miteinander“ ist es, was mich – die kritische Mutter – letztendlich immer wieder überzeugt.

Danke!

Emsdetten, 25.10.2008