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Münstersche Zeitung, 07.09.2009

Voneinander lernen

Steinfurter Muslime beantworteten in der Kunsthalle Fragen zum Ramadan

Die Veranstalter des gemeinsamen Austauschs in der Burgsteinfurter Kunsthalle. MZ-Fotos (3) lem

Burgsteinfurt. Das Fasten hat innerhalb der christlichen Religion eine lange Tradition. Von Aschermittwoch bis Ostern verzichtet der gläubige Mensch, um seinen Appetit auf ein sinnvolles Leben zu wecken. Das christliche Fasten geht zurück auf die vierzig Tage und Nächte, die Jesus in der Wüste verbrachte und fastete.

Aber wie wird im Islam innerhalb des Ramadan gefastet und warum? Diese und weitere Fragen beantworteten am Samstagabend Steinfurter Muslime im Rahmen eines gemeinsamen Austausches zwischen Christen und Muslime in der Burgsteinfurter Kunsthalle an der Goldstraße. "Zum zweiten Mal treffen wir uns hier und wir hoffen, dass dieses Projekt eine ständige Einrichtung wird", begrüßten Franziska Lengers und Barbara Schonschor ihre Gäste.

Fünf Säulen
Der Erste Beigeordnete der Stadt Steinfurt, Dirk Wigant, betonte, dass er hoffe, an diesem Abend über den Ramadan aufgeklärt zu werden, denn viel wisse er darüber nicht. "Wenn wir heute Abend auseinandergehen und wir uns zukünftig grüßen, wenn wir uns in der Stadt sehen, haben wir schon viel erreicht", meinten Pfarrer Bernd Krefis und Pfarrerin Dagmar Spelsberg. "Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam”, erklärte Fikret Mahmutogullari, der in Steinfurt geboren wurde und sich als Dolmetscher für Imam Haci Ide zur Verfügung stellte. Ein Imam bedeute im Koran soviel wie Vorbild oder Führer. Er gelte als geistiger Nachfolger des Propheten Mohammed. Er handele in dessen Namen und leite den Gottesdienst in der Moschee, so der Türke aus Steinfurt weiter.

Imam Haci Ide sang anschließend eine Sure aus dem Koran. Danach beantwortete der Geistliche Fragen zum Ramadan. So erklärte er, weshalb sich der Ramadan jedes Jahr zehn oder elf Tage nach vorne verschiebt. Der Ramadan sei der neunte Monat im islamischen Mondkalender. "Im

Gegensatz zur üblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die Muslime einen reinen Mondkalender. Deswegen verschiebt sich der Monat Ramadan und durchschreitet allmählich alle Jahreszeiten", erklärte der Imam.

Fikret Mahmutogullari übersetzte für... Imam Haci Ide. Er beantwortete Fragen zum Ramadan.

Buffet eröffnet
Die muslimischen Gäste hatten von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts gegessen und nichts getrunken. "Um 20.17 Uhr ist das Buffet eröffnet", kündigte Fikret Mahmutogullari das Fastenbrechen an. Nachdem Imam Haci Ide ein Tischgebet sang, drängten alle Gäste zur reichhaltig ausgestatteten Tafel. Matthias Lehmkuhl

Zahlreiche Besucher nutzten am Sonntag Nachmittag die Möglichkeit, sich bei Ahmet Terzi, Nazmi Sen, Hasan und Kerem Kolukisa, Imam Haci Ide sowie Zaim und Fikret Mahmutogullari (v.l.) umfassend über die Burgsteinfurter Moschee zu informieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Interkulturellen Woche statt. MZ-FotoWenning