Münstersche Zeitung, 23.05.2011
Gemeinsam geht's hinaufEinweihung der mobilen Kletteranlage für die Intensiv-Wohngruppe | ||
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METELEN. Gleich neben dem Haus in der Bauernschaft Naendorf flattern gelbe Bänder und schweben Kanthölzer hoch über den Köpfen in den Bäumen des angrenzenden Waldes. Das Haus ist seit 2009 die Heimat für sechs verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren, die zur Zeit von fünf hauptamtlichen Sozialpädagogen rund um die Uhr in der Intensivwohngruppe betreut werden. Träger der Einrichtung ist die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH. Die gelben Bänder und Balken gehören zur mobilen Kletteranlage, die von der RWE Westfalen Weser Ems und vom Lionsclub Steinfurt gesponsort wurden. Dank an Sponsoren Prof. Dr. Bernhard Mundus, Prof. Dr. Martin Poppe und Klaus Müller vom Lionsclub und Peter Köster, RWE-Marketing, übergaben die Kletteranlage jetzt offiziell an Gregor Krabbe (kleines Foto), Verwaltungsleiter der Evangelischen Jugendhilfe, und an Wolfgang Puhe, Projektleiter der Intensivwohngruppe. |
16 (Sozial-)Pädagogen des Trägers und des Kooperationspartners St. Josefsschule mit den Verantwortlichen und den zukünftigen Kletterern, denn die Anlage wird nicht nur den Bewohnern des Hauses zugute kommen. Für die Gemeinde Metelen gratulierte der stellvertretende Bürgermeister Dr. Ulrich Klisa mit einem Flachgeschenk. „Gerade diejenigen, die uns in vielfältiger Weise unterstützen, werden selten offiziell gelobt. Das soll jetzt heute geschehen", bedankte sich Krabbe bei den Sponsoren. „Die Kletteranlage ist ein Synonym für unsere Arbeit. Sie lernen hier ihre eigenen Fähigkeiten kennen. Es geht immer um Teamleistung. Keiner darf hier allein hochklettern. Man kann vieles erreichen, indem man sich gegenseitig hilft", verband Puhe die Anlage mit dem Anliegen der Arbeit in der Wohngruppe. Poppe als Vertreter aller Sponsoren durfte unter den kritischen Augen der Anwesenden als Erster offiziell hochklettern. Die trainierenden Pädagogen haben ihn dabei natürlich gut gesichert. Die mobile Kletteranlage wird das Angebot der Jugendhilfe bereichern. „Es geht immer um Beziehungskontakt zwischen den Kindern und den Sozialpädagogen", umschrieb Krabbe das Besondere dieser Wohngruppe in Metelen. Aus Kostengründen sei die Verweildauer allerdings immer kürzer geworden. „Es ist keine Strafe hier zu sein. Es soll dem Kind eine Perspektive für die Zukunft ermöglichen", ergänzte Krabbe. Konsequenz Die Schulverweigerer als ein gehäuft auftretendes Phänomen erhalten hier ein stabiles Korsett der Tagesplanung, in dem der Schulbesuch Pflicht ist. „Es hat etwas mit Konsequenz zu tun", betont Puhe, dessen Schützlinge oft schon mehrere Einrichtungen durchlaufen haben. Die vielfältigen gesellschaftlichen Ursachen und die Abnahme der „Erziehungsfähigkeit der Eltern" sind für ihn die wichtigsten Gründe für solche Verhaltensauffälligkeiten. „Alle Jugendlichen sind mit Einverständnis der Eltern hier. Alle sind freiwillig hier", so Puhe. Er misst den Erfolg nicht am Schulabschluss der Schützlinge, sondern an der sozialen Integration. | |


