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Das Konzept des „Offenen Kindergartens“bei der Ev. Jugendhilfe Münsterland


Offenheit ist die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit und der Zusammenarbeit mit den Familien.

Die Öffnung des Kindergartens lässt sich nicht als eine immer gleichlaufende Geschichte beschreiben. Vielmehr sind die Möglichkeiten mindestens so zahlreich wie die Kindergärten. Die Öffnungsprozesse hängen von der Situation der Kinder, der Teams und von den örtlichen Begebenheiten ab.

1. Öffnung des Kindergartens für die Kinder

Immer mehr wird das Kind als eigenständige Persönlichkeit angesehen mit bestimmten Entwicklungsbedürfnissen und Interessen. ErzieherInnen nehmen die Wünsche und Ideen der Kinder ernst und akzeptieren ihre Sichtweisen. Man will sie an der Planung von Aktivitäten und an der Setzung von Regeln beteiligen und lässt sie selbständiger und eigenverantwortlicher handeln. Durch eine Öffnung der Kindergartengruppen (breitere Altersmischung) zueinander werden Kindern mehr Wahlmöglichkeiten gelassen. Sie können ihre Aktivitäten an ihren eigenen Interessen und Wünschen ausrichten.

2. Öffnung für die Natur und Umwelt

Öffnung heißt aber auch eine Öffnung des Kindergartens zu seinem Umfeld. Die Kinder verlassen den Kindergarten, um in der Natur oder im Gemeinwesen zu lernen und lebensnahe Erfahrungen zu machen.

3. Öffnung für die Eltern/Erziehungsberechtigten

Durch die Öffnung des Kindergartens für die Eltern soll die pädagogische Arbeit transparenter gemacht werden. Die Eltern können auf diese Weise an der pädagogischen Arbeit teilhaben und diese mitgestalten. Mitbestimmungsrechte und Möglichkeiten zur Mitarbeit werden ihnen eingeräumt. Durch diese Einbeziehung kann auch die Erziehung in den Familien selbst beeinflusst werden.

4. Öffnung für die Erzieherinnen

Die Öffnung des Kindergartens bedeutet für die Erzieher/innen selbst eine mögliche Verbesserung ihrer pädagogischen Arbeit. Die Erzieher/innen werden durch die Öffnung dazu gebracht, sich neuen Praxisfragen und -problemen zu stellen, eigene Lösungen zu finden und zu erproben und diese zu begründen. Andere Fachkräfte (z.B. Heilpädagog/inn/en) könnten durch die Öffnung in sogenannten „Bunten Teams“ im Kindergarten mitarbeiten. Eine Öffnung hin zu Fort- und Ausbildungsstätten trägt dazu bei, die Ausbildung von Erzieher/innen zu verbessern. Auch können Kindergärten, die außergewöhnliche oder neue Schwerpunkte in ihrer pädagogischen Arbeit gesetzt haben, sich Besuchergruppen öffnen und Ausbilder aus den eigenen Reihen entsenden. Durch die Öffnung wird auf diese Weise die Auseinandersetzung mit verschiedenen praktischen und theoretischen Aspekten des Lernens und der Entwicklung angeregt.

5. Öffnung zu Medien und Politik

Eine Öffnung des Kindergartens kann aber auch hinsichtlich der Medien oder der Politik geschehen. So arbeiten einige Einrichtungen mit den Redaktionen örtlicher oder überregionaler Zeitungen, Fernsehstationen und Rundfunksendern zusammen. Öffentlichkeitsarbeit umfasst aber auch die Selbstdarstellung von Kindergärten gegenüber Eltern und Gemeinde. Darüber hinaus greifen einige Einrichtungen politische Themen in ihrer pädagogischen Arbeit auf. Andere Erzieher/innen werden politisch aktiv und setzen sich für eine Verbesserung der Lebenssituation von Kindern in Kommune und Gesellschaft oder für bessere Arbeitsbedingungen in Tageseinrichtungen ein.

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