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Inklusion * Kita „Il Nido“


Mit der Unterzeichnung einer UN-Konvention über die Rechte Behinderter hat sich Deutschland verpflichtet, Menschen mit Handicap genauso zu behandeln wie Menschen ohne Behinderung. Ein Schlüsselwort in dem Text der Vereinen Nationen (UN) heißt „Inklusion“, also die Einbeziehung von beeinträchtigten Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen von Geburt an. Somit muss das Bildungssystem „inklusiv“ gestaltet werden. Allen Kindern soll so die soziale Teilhabe und Chancengleichheit ermöglicht werden.

Unsere additiven Gruppen:

Aus finanzieller Sicht sind wir zwei Einrichtungen unter einem Dach. Die Betreuungsplätze unserer Kindertageseinrichtung werden durch die Kindpauschalen nach dem Kinderbildungsgesetz KiBiz finanziert. Die Kosten für die heilpädagogischen Betreuungsplätze werden vollständig vom Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) finanziert.

Heilpädagogische Betreuung:

Unsere Additive Kita IL NIDO ist eine heilpädagogische Kindertageseinrichtung nach dem SGB XII (Sozialhilfe). Wir bieten für 8 Kinder mit Behinderung einen Betreuungsplatz.
Im Zuge der Inklusion wurde trägerseits die Entscheidung für die additiv geführte Kita getroffen mit dem Ziel, die Kinder mit Behinderung bestmöglich zu integrieren und optimal zu unterstützen und zu begleiten.
In zwei additiven Gruppen werden Kinder mit Behinderung und Kinder aus Regelgruppen gemeinsam gefördert. Die Gruppengröße der additiven Gruppen beträgt jeweils 15 Kinder, davon 4 Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf.
In unseren beiden additiven Gruppen arbeiten neben einer Gruppenleitung eine Heil- oder Sozialpädagogin und eine Ergänzungskraft. Jahrespraktikanten unterstützen die pädagogischen Fachkräfte in der Gruppenarbeit.
Die Kinder mit Handicap werden bei uns in der Kindertageseinrichtung steilstationär betreut, d.h. sie sind auch zum Mittagessen bei uns im Kindergarten. Die Betreuungszeiten für die heilpädagogischen Plätze sind montags bis freitags von 8.30 – 14.30 Uhr.
Bei entsprechendem Bedarf ist aber auch eine Betreuungszeit von 45 Stunden wöchentlich möglich. Dieses würde der LWL auf Antrag entscheiden.

Therapeutische Förderung:

Neben der heilpädagogischen Betreuung der Kinder mit Behinderung gehört eine therapeutische Förderung zum Konzept. Die gewachsene regionale Zuordnung dieser Einrichtungen bedingt größere Einzugsbereiche, was wiederum zu längeren Anfahrtszeiten für einen Teil der bei uns betreuten Kinder führt.

Inklusive Reggio-Pädagogik als besonderer Schwerpunkt:

Unser inklusiver Ansatz geht davon aus, dass alle Kinder, unabhängig von ihren individuellen Stärken und Schwächen, ein Recht haben, gemeinsam zu leben und voneinander zu lernen. Eine einfache Einteilung in Kinder mit und ohne Behinderung soll überwunden werden. Stattdessen wird die Unterschiedlichkeit aller Kinder als Bereicherung gesehen und akzeptiert.

Individuelle medizinische Betreuung:

Im Individualfall werden Kinder aufgrund ihrer Behinderung bzw. Grunderkrankung von einer Krankenschwester medizinisch betreut. Das bedeutet, dass die Krankenschwester das Kind im Kindergartenalltag begleitet und im Bedarfsfall die medizinisch-pflegerische Versorgung des Kindes übernimmt. Uns ist eine gute Absprache und ein gutes Miteinander zwischen dem pädagogischen Personal und dem Krankenpflegepersonal besonders wichtig. Diese Pflegekräfte sind über die Krankenkasse des Kindes bei einem Pflegedienst angestellt. Kindspezifische Therapeuten kommen zur Einzeltherapie in unsere Einrichtung. Die Kinder mit Behinderung bedürfen spezieller Hilfe und brauchen Förderung und Therapien.

Der Autor André Depuis „Auf dem Weg zu einer inklusiven Kindertagesstätte“ fasst Inklusion so zusammen:

  • „Die Partizipation der Kinder (….) an Aktivitäten der Einrichtung erhöhen.
  • Alle Kinder, Jugendliche, Eltern und Mitarbeiter/innen in gleicher Weise wertschätzen.
  • Die Unterschiede zwischen den Kindern als Chancen für gemeinsames Spielen und Lernen sehen.
  • Das Recht der Kinder auf eine qualitativ gute Erziehung, Bildung und Betreuung anerkennen.
  • Verbesserungen für Mitarbeiter/innen ebenso wie für Kinder herbeiführen.
  • Die Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation für alle Kinder abbauen, nicht nur für jene mit Beeinträchtigungen.
  • Sowohl die Entwicklung der Gemeinschaft und Werte, als auch der Leistungen betonen. Die nachhaltigen Beziehungen zwischen den Einrichtungen und ihrem sozialen Umfeld fördern.
  • Begreifen, dass Inklusion in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen der frühen Kindheit ein Aspekt von Inklusion in der gesamten Gesellschaft ist.“

Auch die Kinder ohne Behinderung profitieren:

von der gemeinsamen Betreuung von Kindern mit Behinderung und nichtbehinderten Kindern. Sie erlernen ein besonders gutes Sozialverhalten, Rücksichtnahme und kindgemäße Hilfestellungen im täglichen Umgang miteinander. Wir vermitteln den Kindern wie wertvoll und zum Teil auch unerlässlich ihre Mithilfe im Umgang mit den behinderten Kindern ist. Manche Kinder mit Behinderung sind auf eine vielfältige Hilfe angewiesen, wobei auch die Kinder der Kindertagesseinrichtung die helfende Unterstützung auf Kinderebene mitgestalten können.
Somit findet die Förderung der behinderten Kinder auf vielfältige Art und Weise statt und wird durch verschiedene heilpädagogische, therapeutische und medizinische Kompetenzen individuell umgesetzt.

Aufnahmeverfahren für einen heilpädagogischen Betreuungsplatz

Da die Familien aufgrund der Beeinträchtigung des Kindes meist im frühkindlichen Alter bereits Kontakt mit der Frühförderstelle haben, wird der Kontakt zu unserer Einrichtung häufig durch die Frühförderstelle hergestellt. Oft finden bereits Frühfördereinheiten statt und es wurde gegebenenfalls schon eine Diagnostik gestellt.

Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen

Auch andere Kindertageseinrichtungen stellen den Kontakt zu unserer Einrichtung her, wenn bei der Betreuung verstärkt Beeinträchtigungen auffallen, oder sich mit der Zeit bei einem Kind verstärken.
Aber auch Eltern kommen gezielt auf unsere Einrichtung zu und melden ihr Kind für einen heilpädagogischen Platz in unserer Einrichtung an.

Das Aufnahmegespräch

In allen Fällen steht dann zunächst ein Aufnahmegespräch mit unserer heilpädagogischen Leitung an, bei dem über die Beeinträchtigung, die bereits diagnostizierte Behinderung oder den Entwicklungsstand des Kindes gesprochen wird. Eine erste Kontaktaufnahme zum Kind erfolgt dabei auch. Dieses Gespräch kann auch durch die Frühförderstelle begleitet werden. Wenn das Kind für einen heilpädagogischen Platz in Frage kommt, wird ein Aufnahmeantrag an den Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) gestellt. Es erfolgt eine Meldung an das Gesundheitsamt in Rheine. Das Kind wird zu einem Besuchstermin in das Gesundheitsamt eingeladen. Durch den Amtsarzt wird eine gutachtliche Stellungnahme erstellt. Der LWL entscheidet über die Aufnahme des Kindes in die heilpädagogische Gruppe. Eine Kostenzusage sowie der Aufnahmetag werden durch den LWL mitgeteilt. Abschließend wird ein Betreuungsvertrag geschlossen.

In der Regel werden die Kinder bis zur Schulpflicht in unserer Einrichtung heilpädagogisch betreut.

Im Sinne der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Behinderung vor, wenn bei Personen körperliche Funktionen, geistige Fähigkeiten oder die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Von einer Behinderung bedroht sind Personen, bei denen diese Beeinträchtigungen zu erwarten sind
(§2 Abs.1 Satz 1 SGB IX).

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