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Brennendes Thema Schulausschluss

Pressemitteilung der Diakonie RWL

Die Diakonie RWL hat in einer Umfrage festgestellt, dass Kinder aus Wohngruppen öftervon der Schule ausgeschlossen werden als andere. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland ist hier bereits vor Ort aktiv. Sie arbeitet mit dem Schulamt, dem Jugendamt und verschiedenen Schulleitungen im Kreis Steinfurt zusammen, um gemeinsame Lösungen für die Kinder und Jugendlichen zu finden.

Schulkinder zweiter Klasse – Diakonie RWL-Umfrage zeigt, dass Heimkinder zu oft von Schule ausgeschlossen sind

Düsseldorf, 28. Januar 2020. Schülerinnen und Schüler, die in Heimen und Wohngruppen in Nordrhein-Westfalen leben, werden oft unzureichend beschult. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) unter ihren rund 140 Einrichtungen. Danach besuchten im vergangenen Jahr 12 Prozent der stationär untergebrachten Kinder und Jugendlichen weniger als 15 Stunden wöchentlich die Schule. Landesweit hochgerechnet sind das mehr als 7.800 Schülerinnen und Schüler.
„Wenn Ende der Woche die Zeugnisse des Schulhalbjahres vergeben werden, müssen viele mit schlechten Noten rechnen“, sagt Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann. „Damit wird diesen Kindern und Jugendlichen, die ohnehin benachteiligt sind, die Chance auf einen Schulabschluss, einen Beruf und soziale Teilhabe genommen.“

Überforderte Lehrkräfte

Besonders betroffen sind Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich „Emotionale und soziale Entwicklung“. Sie werden regelmäßig vom Unterricht „beurlaubt“, weil nicht nur die Lehrkräfte an Regel-, sondern zunehmend auch an Förderschulen mit ihnen überfordert sind. In den Heimen und Wohngruppen der Diakonie bemühten sich die Erzieherinnen und Erzieher, Ersatzangebote zur Bildung zu gestalten. Doch sie verfügten nicht über die Expertise, dies regelmäßig zu tun und das sei auch nicht ihre Aufgabe, erklärt Heine-Göttelmann.
„Schule exkludiert die auffälligsten Schülerinnen und Schüler“, kritisiert der Diakonie RWLVorstand. „Dabei finanzieren Jugendamt und Eingliederungshilfe zahlreiche Zusatzleistungen und Integrationshelfer, um die Beschulung dieser stark sozial und emotional geschädigten Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen.“

Kooperation mit dem Jugendamt

Doch nicht selten mangelt es an einer guten Kooperation zwischen Schule und Jugendamt vor Ort, wie Tanja Buck, Referentin für Erzieherische Hilfen der Diakonie RWL, beobachtet. „Die Schulen sollten verpflichtet werden, in schwierigen Einzelfällen mit dem Jugendamt zusammenzuarbeiten“, sagt sie und plädiert für ein sogenanntes „Kooperationsgebot“.
In einem Brief an NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat die Diakonie RWL eine Gesamtkonzeption zur Kooperation zwischen Jugendhilfe und insbesondere Förderschulen angemahnt. Auch müssten Projekte für Schulmüde und Schulverweigerer schon für Kinder angeboten werden, die noch nicht die 8. Klasse besuchten, heißt es in dem Brief. Die FDPFraktion hatte die Problematik der unzureichenden Beschulung von stationär untergebrachten Schülerinnen und Schülern im Frühjahr 2016 selbst kritisiert und sich dabei auf eine frühere Umfrage der Diakonie RWL bezogen.

Hintergrund:

Die Diakonie RWL vertritt 140 Einrichtungen mit rund 10.000 Plätzen in Nordrhein-Westfalen. Die diakonischen Träger sind damit der größte Anbieter von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen.

Zur Pressemitteilung des DW-RWL
Weitere Hintergrundinformationen gibt es auf der Website der Diakonie RWL: https://www.diakonie-rwl.de/umfrage/heimkinder/schule