Bilderleiste
Posts

Evangelische Jugendhilfe taucht ab

Tauchschule ermöglicht Jugendlichen die Teilnahme an einem Tauchkurs

Im April hatten sechs Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Projekten der evangelischen Jugendhilfe Münsterland die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem Tauchsportzentrum Rheine einen Tauchkurs (Open Water Diver) zu absolvieren. Darin erlernten die Teilnehmenden alle Fertigkeiten, die sie benötigen, um im Anschluss selbstständig, ohne Begleitung eines Tauchlehrers, tauchen gehen zu können: Wie blase ich meine Maske aus, wenn Wasser hineingelaufen ist? Was tue ich, wenn mein Atemregler nicht mehr funktioniert? Und wie helfe ich meinem Buddy, wenn er unter Wasser ein Problem hat? Doch vor dem ersehnten Tauchschein stand eine Menge Arbeit für die angehenden Nachwuchstaucher.

200 bar, der Flaschendruck stimmt. Ein letzter Blick geht am eigenen Körper herunter, Atemregler, Druckmesser, Flossen, alles dran. Dann wandert Lucas Blick zu Leon, seinem heutigen Tauchpartner, in der Tauchersprache „Tauchbuddy“ genannt. Gegenseitig überprüfen sie, dass die Ausrüstung richtig sitzt und zusammengebaut ist. Luca füllt etwas Luft in sein Jacket. Vorsichtig wagt er die ersten Schritte in den 12 Grad kalten Torfmoorsee. Das kalte Seewasser strömt in den Neoprenanzug. Gemeinsam mit seinem Tauchpartner schnorchelt er die wenigen Meter zur Boje über der Übungsplattform. Ein letztes Zeichen, alles in Ordnung, dann tauchen die beiden ab, drei Meter, vier Meter, Druckausgleich. Um sie herum ist alles grün und trüb. Fünf Meter. Schemenhaft erkennen sie die Plattform auf dem Boden des Sees unter ihren Flossen und knien sich darauf. Immer an ihrer Seite sind die Tauchlehrer Markus und Rolf mit ihren Assistentinnen und Assistenten.

Dann sind die Prüfungsaufgaben zu erfüllen. Alle Kinder müssen nacheinander die Maske mit Wasser fluten, wieder aufsetzen und das Wasser ausblasen. Auch das Atmen aus dem Reserveatemregler und die Rettung eines verunfallten Tauchers an die Wasseroberfläche waren Aufgaben, die es im Rahmen der Prüfung zu meistern galt. Der Prüfung gingen mehrere Übungsabende in einem Hallenbad voraus. Hier wurden die verschiedenen Übungen immer wieder geprobt, bis sie jeder verinnerlicht hatte. Das für das Tauchen notwendige theoretische Wissen wurde im Tauchsportzentrum Rheine von den Tauchlehrern erklärt und mit den Pädagogen in den Gruppen weiter geübt. Abgefragt wurde es zum Schluss in einer umfangreichen Theorieprüfung.

Zurück an der Oberfläche des Torfmoorsees: Große Erleichterung und noch größere Freude. Alle haben bestanden. Die Belohnung folgt gleich auf den Fuß, wieder geht es unter Wasser, jetzt allerdings um in die Unterwasserwelt einzutauchen und den See zu erkunden. Ein gemeinsamer Tauchgang durch den See bildet den Abschluss dieses erlebnisreichen Tauchkurses.

Rücksicht nehmen und Acht geben aufeinander, sich gegenseitig helfen – aber auch Hilfe annehmen. So beschrieben die Pädagogen der Kinder und Jugendlichen die zentralen Lernerfolge, die sie in diesem Sport meisterten. Viele trauten sich etwas Neues zu, überwanden dabei ihre Grenzen und Ängste und waren hinterher umso stolzer auf ihre Erfolge.

Ermöglicht wurden uns dieser Tauchkurs und die ABC-Tauchausrüstung der Teilnehmenden durch eine großzügige Spende der Firmen Mares, SSI (Scuba Schools International), Tauchsportzentrum Rheine und Schnorchel Tauchshop Münster. Für diese Unterstützung möchten wir uns nochmals ausdrücklich bedanken.