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Das Spinnenprojekt

Ausgangssituation
Zwei Kinder haben eine Spinne entdeckt. Sie läuft über die Picknickdecke.
Die erste Reaktion der Kinder; Beine wegziehen und aufstehen.
Die Spinne bewegt sich nicht mehr. Die Kinder auch nicht.
Sie betrachten sich gegenseitig

Emotionale Bindung zum Thema
Ein Junge kommt hinzu und will die Spinne kaputt treten. Die beiden anderen Kinder hocken sich sofort schützend über die Spinne und erklären, dass man die Spinne nicht töten darf. Auf die Frage warum denn nicht, es gibt doch so viele Spinnen gab es eine Diskussion unter den Kindern. „Spinnen dürfen nicht getötet werden, Spinnen sind doch nützliche Tiere.“
Mit der Spinne im Lupenglas und den zufriedenen Kindern dieser Rettungsaktion ging es wieder in den Kindergarten.
Was jetzt?

Vorerfahrungen / Vorhandenes Wissen
Wenn die Spinne im Lupenglas bleibt überlebt sie nicht lange. Aber die Spinne frei lassen wollten die Kinder auch nicht.
„Dann können wir sie nicht mehr sehen und nicht mehr beobachten.“
Die Kinder waren hin und hergerissen einerseits die Neugier, die Spinne zu beobachten und andererseits das Wissen, dass die Spinne nicht in ein Lupenglas gehört, zumindest nicht für längere Zeit.
So wurde dann die Spinne nach einigen Stunden wieder in die Natur gesetzt.
Das große Interesse war entfacht, mehr über Spinnen zu erfahren und die Kinder entdeckten an jeder Hausecke, Hauswand, Fensterrahmen und sonst wo Spinnen. Die Sinneswahrnehmung war geschärft.

Eine Projektgruppe
…bildete sich, die Hauptakteure trafen sich fast täglich über drei Monate. Die Erzieherin hat den Impuls gegeben, ein Spinnenterrarium einzurichten. Ein altes Aquarium wurde aus dem Abstellraum geholt, entstaubt und im Eingangsbereich aufgestellt.
Reste von einem Fliegennetz waren groß genug, um dies darüber zu spannen.

Neugierde, Wissen und Verstehen wollen / Vergleich mit der eigenen Lebenswelt
„Was essen und trinken Spinnen eigentlich“?
Die Kinder stellten eine Schale mit Wasser in das Terrarium.
„Die Babyspinne ist nicht dran gekommen, da hab ich sie hoch gehoben“
Sie fangen Fliegen, die sie in das Spinnenterrarium einsetzen.
Durch vorherige Beobachtungen wussten die Kinder, dass Spinnen Spinnennetze spinnen, um damit Fliegen und andere Insekten zu fangen.
Jeden Tag brachten Kinder Spinnen mit und setzten sie in das Spinnenterrarium. Sie gaben ihren Spinnen Namen. Je größer die Spinne desto größer war die Begeisterung.
Die Kinder stellten die Unterschiede der gesammelten Spinnen fest. Um so erstaunter waren die Kinder das ausgerechnet der „Webknecht“ der ja eher klein und gebrechlich wirkt mit seinen langen dünnen Beinen und dem kleinen kreisrunden Körper, die dicke, fette, schwarze Spinne angriff und auffraß.
Unsere Kollegin, die das Projekt begleitete, hat regelmäßig im Team berichtet. Aufgrund ihrer Angst vor Spinnen, hat sie sich anfangs nicht so sehr dafür begeistern können. Aber sie hat sich darauf eingelassen, weil die Kinder so begeistert waren.
Desto mehr sie sich damit beschäftigte desto mehr verlor sie die Angst / den Ekel vor Spinnen. Es wurde von Tag zu Tag selbstverständlicher und die Phobie schrumpfte mit jedem Tag.
Was brauchen die Spinnen noch. Die Kinder beobachteten, dass die Spinnen „nur“ in den Ecken liegen und schlafen. Ein paar Spinnenfäden wurden auch entdeckt aber sonst war nicht viel los im Spinnenterrarium.
„Sie brauchen ja auch was zum klettern und wo sie sich verstecken können.“
So kamen noch ein paar Äste und Zweige, Rinde und Moos und Gräser hinzu.

Lernen voneinander / Jeder lernt dazu
Die Kinder transportieren das Thema und sprechen mit ihren Eltern und Geschwistern darüber. Auf die Fragen der Kinder wissen Eltern und ältere Geschwister sich mit Fachbüchern zu helfen. Naturbücher und Fachbücher zum Thema Spinnen wurden mit in den Kindergarten gebracht. Die Antworten aus den Büchern wurden direkt an den lebenden Exemplaren beobachtet, erkundet und verglichen.

Dem Wissen ein Bild geben
Weitere Spinnen- Bilder entstehen. Die Zeichnungen werden differenzierter. Die Bilder zeigen die Spinne sehr differenziert und mit jedem Detail.

Phantasie speist sich aus der Realität
Mit Natur – Materialien werden Spinnen kreiert. Zahnstocher, Kastanien, Eicheln werden zu Spinnenkörpern zusammengesetzt.
Aus Knete und Ton werden Spinnenbeine und Körper geformt.