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Flexible Jugend- und Familienhilfe Gescher & Stadtlohn – Arbeit mit Familien

  • Sozialpädagogische Familienhilfe ( SPFH )
  • Aufsuchende Familientherapie ( AFT ),
  • Paarberatung
  • Ambulantes Elterntraining

Innerhalb der letzten 2 Jahre haben wir feststellen können, dass die Probleme der Familien, in denen wir arbeiten, vielschichtiger geworden sind. Häufig sind Arbeitslosigkeit und daraus resultierende finanzielle Notlagen zusätzlich belastende Themen in den Familien. Zudem begegnen uns vermehrt Eineltern – und Stieffamilien (Patchworkfamilien).

Die von uns betreuten Familien können darüber hinaus unterschiedlich zugeordnet werden:

  • Familien, die durch plötzlich eintretende Ereignisse z.B. Tod, Krankheit, Arbeitslosigkeit …etc. in eine Krisensituation geraten, die sie ohne Hilfe nicht bewältigen können.
  • Familien, die seit Jahren unterschiedlichen Problemen ausgesetzt sind wie z.B. Kommunikationsstörungen, Beziehungsproblemen, Drogenkonsum; Gewalt, schlechte Wohnverhältnisse …etc.
  • Familien, die aufgrund ihrer eigenen Sozialisation ständig im Widerspruch zu den geltenden gesellschaftlichen Normen leben und sich in einer permanenten Krise befinden.

Um das Hilfeangebot der jeweiligen Familie passgenau bestimmen zu können, haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, bei Familien mit einer ungenauen Problembeschreibung, zu Beginn der Hilfe ein Clearingverfahren durchzuführen. Dieses Verfahren wird sowohl vor, als auch parallel zu einer SPFH durchgeführt.

Innerhalb dieses Clearingverfahrens, das in einem Zeitraum von 6 – 8 Wochen stattfindet, wird ein Hilfebedarf in Zusammenarbeit mit der gesamten Familie ermittelt. Dabei wird das jeweilige soziale Umfeld so weit wie möglich und notwendig, mit einbezogen.

Wir setzen in diesem Verfahren z.B. folgende Methoden ein:

  • Ressourcencheck der Familie
  • Erstellen eines Sozialen Atoms
  • Arbeit mit dem Familienbrett
  • Arbeit mit der Videokamera
  • Genogrammarbeit

Diese Methoden ermöglichen uns eine Menge wichtiger Informationen innerhalb eines kurzen Zeitraumes zu erhalten und auch den Familien deutlicher zu machen, wie sich ihre aktuelle Situation darstellt. Vorhandene Kompetenzen und Ressourcen der Familie können herausgestellt und der Familie bewusster gemacht werden. Eigene Fähigkeiten können so (wieder)entdeckt werden und Mut für Veränderungen kann sich entwickeln. Ein Zielekatalog kann erarbeitet werden und gleichzeitig beginnt der Prozeß des Vertrauensaufbaus zwischen Familie und TherapeutInnen.

Im Anschluß an die Clearingphase wird der begonnene Prozess je nach Bedarf mit einer SPFH und/oder einer Familientherapie fortgesetzt.

Bei einem gleichzeitigen Einsatz beider Hilfeformen zeigen unsere Erfahrungen, dass eine enge Zusammenarbeit und ein intensiver Austausch der ausführenden Kollegen gewährleistet sein sollte, um die Hilfe zu optimieren. Besonders einfach gestaltet sich dies, wenn die Mitarbeiter im selben Team sind oder in Teams arbeiten, die sehr eng und gut miteinander kooperieren. Wichtig ist hierbei eine klare Zuordnung der unterschiedlichen Aufgabenbereiche.

Der Auftrag für die SPFH und der Auftrag für die therapeutische Arbeit müssen jeweils deutlich definiert sein. Doppelmandate und Überschneidungen der Aufträge können so vermieden werden. Die Arbeit kann in einem parallel zu einander verlaufenden Prozess stattfinden. Die therapeutische Arbeit muss nicht warten. Steckt eine Familie z. B. in einer finanziellen Krise, kann sie dieses Problem im Rahmen der SPFH bearbeiten. Die therapeutische Beratung ist damit durch das Finanzproblem nicht blockiert. Die Familie kann sich auf die Auseinandersetzung mit Erziehungsfragen einlassen weil sie parallel dazu z. B. bei der Bewältigung der Finanzprobleme unterstützt wird.

Zusätzlich steht uns innerhalb unseres Teams ein Insolvenz- und Schuldenberater zur Verfügung, der hier noch ergänzend beraten kann (sein Arbeitsfeld und seine Methoden werden gesondert dargestellt). Anders und schwieriger stellt sich eine solche Situation dar, wenn die SPFH und die AFT von einer Person durchgeführt werden. Dann muss häufig erst auf einer Ebene etwas bearbeitet werden, damit auf der anderen Ebene weitergearbeitet werden kann.

Eine grobe Aufteilung der SPFH – und der Therapieanteile könnte wie folgt aussehen:

Paarberatung – Häufig nehmen Störungen und Schwierigkeiten auf der Paarebene einen hohen Stellenwert ein. Diese Störungen wirken sich immer auf das Verhalten der Kinder aus. Oft sind sie so gravierend, das es dem Paar nicht mehr möglich ist, eine gemeinsame erzieherische Haltung auf der Elternebene einzunehmen.

In diesen Fällen bieten wir Paargespräche zur Lösung der vorhandenen Konflikte an. Die Lösung und Klärung dieser Konflikte ist oft die Voraussetzung für eine weitere gemeinsame Arbeit auf der Elternebene.

Wenn die Problemlage einer Familie eine häufigere und intensivere Beratung als ursprünglich vereinbart erfordert, oder kristallisiert sich ein Problem als besonders stark und hartnäckig heraus, bieten wir ein ambulantes Elterntraining an. Im Rahmen eines vorher vereinbarten Stundenkontingentes und festgelegtem Zeitrahmen besteht die Möglichkeit ein Trainingsprogramm zu entwickeln und intensiver zu begleiten.

Durch gezielte Weiterqualifizierung innerhalb unserer Teams in Stadtlohn und Gescher können wir mittlerweile durch 5 KollegInnen folgende therapeutische Leistungen anbieten:

  • Systemische Familientherapie / -beratung
  • Sozial- u. Familientherapie
  • Systemische Supervision
  • Mediation
  • Elterncoaching /Elteraktivierung nach Michael Biene
  • Insolvenzberatung

Die dabei von uns angewendeten Methoden sind z.B.

  • Genogrammarbeit
  • Arbeit mit dem Familienbrett
  • Arbeit mit Ritualen
  • Skulpturarbeit
  • Rollenspiele
  • Familienaufstellungen
  • Einsatz der Videokamera
  • Timeline
  • Livebegleitung

In wöchentlichen Teamsitzungen findet der fachliche Austausch, die Entlastung und Beratung der MitarbeiterInnen der jeweiligen Teams Stadtlohn und Gescher statt. Die kollegiale Beratung im Team ist ein wichtiges Instrument zu Überprüfung der Arbeit.

14-tägig treffen wir uns als Co-Team Gescher/Stadtlohn. Darüber hinaus finden einmal monatlich Fallberatungen innerhalb des Regionalteams statt. Ergänzend nehmen wir regelmäßig Supervision in Anspruch.