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Die Portraits

Zu ihrem Sehnsuchtsort hat der Reporter Christan Ronig Amra S. für den WDR Münster befragt.

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/10/20/lokalzeit-muensterland-migrantin-sehnsucht.xml

Amra S. Ahaus – Nach Deutschland bin ich der Liebe wegen gekommen. Als ich vor 1,5 Jahren nach Deutschland kam, konnte ich kein Wort Deutsch. Der Integrationskurs bei der VHS hat mir viel geholfen. Mein Sehnsuchtsort ist der Flughafen. Schon in Bosnien- Herzegovina habe ich auf dem Flughafen Sarajewo gearbeitet. Mein Traum hat sich erfüllt. Seit August mache ich eine Ausbildung am International Airport Münster/Osnabrück. Diesen Ausbildungsplatz habe ich durch eigene Energie und Unterstützung durch den JMD Gronau bekommen.
Christine A. Gronau – Ich komme aus dem Libanon. Seit 4 Jahren lebe ich in Deutschland. Ich habe drei kleine Kinder. Trotz meiner Kinder gehe ich zur Schule, um besser deutsch zu lernen. Mein Ziel ist, einen guten Schulabschluss zu machen, um später studieren zu können. Mein Sehnsuchtsort ist der Beruf der Lehrerin. Es hat mir immer gut gefallen, anderen etwas bei zu bringen. Außerdem kann ich sehr gut zuhören und mich auf andere einstellen.Ich weiß, dass ich noch einen sehr langen Weg vor mir habe. Aber ich werde meinen Sehnsuchtsort erreichen.
Betül D. Gronau – Mein Sehnsuchtsort ist Arabien. Irgendwann fahre ich dort hin, denn ich möchte sehen und erleben, wo unser Prophet Muhammed dort gelebt hat. Ich bin in Gronau geboren. Gronau ist ganz ok, aber ich fahre sehr gerne mit meiner Familie in die Türkei. Weil meine ganzen Freunde hier in Gronau sind, freue ich mich immer wieder, wenn wir zurück kommen. Ein Teil von mir bleibt aber immer in der Türkei zurück.Im Moment gehe ich noch zur Schule. Mein beruflicher Traum ist Hauptkommissarin bei der Kripo zu werden. Ich glaube, ich werde es schaffen.
Edona T. Ahaus – Ich komme aus dem Kosovo, bin aber als ganz kleines Kind nach Deutschland gekommen. Ich fühle mich als Deutsche, weil ich gar kein anderes Leben, als dieses in Deutschland kenne. Ich möchte nie aus Deutschland weggehen. Meine kleine Tochter habe ich mit 17 Jahren bekommen. Ich bin sehr stolz auf sie und auch auf mich, weil ich das Zusammen-leben mit ihr sehr genieße und mich darüber freue, dass es ihr so gut geht. Mein Sehnsuchtsort ist New York. Es ist mein sehnlichster Wunsch, gemeinsam mit meiner Tochter dort hin zu fahren.
Gülden B. Ahaus – Mein Sehnsuchtsort ist die Dominikanische Republik. Ich träume von einem Haus am Meer, um dort zu leben. Alle meine Schwägerinnen haben die Karibik schon gesehen. Ich hoffe, wir werden im nächsten Jahr in die Karibik fahren. Ich mag die Sonne, Sand und das Meer. Ich komme aus Adana, da ist auch ein sehr schönes mediterranes Klima. Seit ungefär einem Jahr lebe ich in Ahaus. Gerade habe ich den Integrationskurs beendet. Hier ist es oft windig, aber ich mag den Wind in den Haaren, er erinnert mich an das Meer.
Martha U. Südlohn – Ganz bewusst habe ich mir einen kleinen Ort, in dem ich leben möchte ausgesucht. Ich möchte die deutsche Kultur besser kennenlernen. Das gelingt in einer Großstadt nicht so gut. Ich liebe meinen Garten. Aber ich musste erst lernen, wie man hier einen Garten bearbeitet. Das ist bei uns in Nigeria ganz anders. Mir fehlt eine regelmäßige Arbeit. Ich möchte morgens aus dem Haus gehen, wie andere auch. Mit Hilfe des JMD starte ich ein Praktikum. Damit komme ich meinem Sehnsuchtsort Arbeit ein Stück näher.
Nosa Z. Vreden – Ich komme aus dem Irak. Jetzt wohne ich seit einem Jahr in Vreden, einer sehr kleinen Stadt. Ich liebe aber große Städte, weil da viele Menschen leben, man hört viele Sprachen, es ist immer etwas los. Mein Sehnsuchtsort ist München, es ist dort sehr schön, der bayrische Himmel ist toll. Ich möchte viel reisen und die ganze Welt sehen. Noch muss ich die deutsche Sprache besser lernen, aber dann möchte ich eine gute Ausbildung machen und dann als Erzieherin arbeiten. Das Bild im Hintergrund ist mein Lieblingsbild.
Sandra B. Stadtlohn – Mein Sehnsuchtsort ist die Universität. Ich komme aus dem Irak. Im letzten Jahr bin ich mit meiner Familie nach Stadtlohn gezogen. Um schnell deutsch zu lernen habe ich bei der VHS den Integrationskurs gemacht. Im Irak habe ich das Gymnasium mit Abitur abgeschlossen.Ich habe schon gemerkt, dass man hier in Deutschland manchmal einige Umwege machen muss, um zum Ziel zu kommen. Darum kann ich mir auch vorstellen, erst eine Ausbildung Bürokauffrau zu machen, um dann später noch zu studieren.
…Entfernt …
Salin B. Stadtlohn – Mein Sehnsuchtsort ist die Universität. Ich komme aus dem Irak. Ich habe genau wie meine Schwester Sandra bei der VHS Ahaus den Integrationskurs gemacht. Mit meinen Eltern bin im letzten Jahr nach Stadtlohn gekommen. Im Irak habe ich das Gymnasium besucht. Ich war in der 11. Klasse, als wir den Irak verlassen mussten. Mein Ziel ist das Abitur nachzumachen, um dann später studieren zu können. Mein Berufswunsch ist entweder ein Studium zum Ingieneur oder als Designerin.
Mariann K. Heek – Ich komme aus Ungarn. Seit 5 Jahren lebe ich in Deutschland.Ende September bekomme ich ein Baby. Darauf freue ich mich riesig. Meine Ausbildung werde ich trotzdem im kommenden Jahr beenden. Aber ich will die Zeit bis dahin gut nutzen. Darum mache ich ein Fernstudium in Agrarwissenschaft. Mein Sehnsuchtsort ist Wissen. Ich möchte unbedingt, auch mit einem kleinen Kind, viel lernen. Man kann auch sagen, lebenslanges Lernen ist mein Sehnsuchtsort.
Alessia K. Rhede – Ich komme aus Russland. Seit 5 Jahren lebe ich in Deutschland.Ich konnte schon als Kind deutsch sprechen, besser gesagt Plattdeutsch. Auf Hochdeutsch umzuschalten war es nicht einfach, aber ich habe es geschafft. Ich habe das Gefühl, ich bin angekommen. Mein Sehnsuchtsort ist Spanien oder einfach mal Urlaub machen, dort wo die Sonne scheint. Irgendwann werde ich es verwirklichen.
Anastasia H. Bocholt – Ich komme aus Kasachstan und lebe mit meiner Familie seit 5 Jahren in Deutschland. Schnell musste ich deutsch lernen und mich in das Schulleben integrieren. Ich musste hart arbeiten und viel lernen, aber es hat sich gelohnt. Heute mache ich eine Ausbildung zur Friseurin. Mein Sehnsuchtsort ist mein Beruf und ich bin entschlossen Friseurmeisterin zu werden.
Bajramsa A. Rhede – Meine Familie und ich stammen aus dem Kosovo. Als ich nach Deutschland kam, war ich noch ein kleines Mädchen. Dann habe ich hier die Schule besucht und bereits einen Hauptschulabschluss erworben. Ich möchte weiter lernen. Zurzeit besuche ich die Abendrealschule in Bocholt. Denn mein Sehnsuchtsort ist es an die Fachhochschule zu studieren – vielleicht Sozialarbeit.
Joyce O.-W. Bocholt – Mein Geburtsland ist Ghana. Zurzeit lebe ich in Bocholt. Das gefällt mir, da Bocholt eine sehr schöne Stadt ist.Seit meiner Kindheit träume ich davon, Schauspielerin zu werden. Das ist mein Sehnsuchtsort und wird es wohl bleiben. Deutsch zu lernen und eine Schule zu besuchen, sind realistische Ziele in meinem Leben.
Genita D. Südlohn – Oeding – Ich bin ein kreativer Mensch und mich interessiert sehr Modedesign. In meinem Heimatland Kosovo habe ich bereits eine Ausbildung zur Modedesignerin absolviert. Deutsch lernen ist für mich sehr wichtig, denn ich habe meinen Sehnsuchtsort im Blick: Mode, Mode, Mode.
Marina H. Bocholt – Ich bin in Kasachstan geboren und lebe seit 6 Jahren in Deutschland. Mein Sehnsuchtsort ist das Krankenhaus. Der Kontakt mit Menschen ist mir sehr wichtig und bereitet mir sehr viel Freude. Ich würde unglaublich gerne Ärztin werden. Bis dahin habe ich aber einen langen Weg vor mir.

Man sagt: „Der Weg fängt mit einem ersten Schritt an.“ Ich habe schon die ersten Schritte getan.

Naual K. Bocholt – Ich bin in Bocholt geboren. Nach 20 Jahren habe ich immer noch eine Duldung. Dabei kenne ich keine andere Heimat. Meine Eltern stammen aus dem Libanon. Mein Sehnsuchtsort ist Deutschland und mein größter Wunsch ist es Deutsche zu werden.Zurzeit besuche ich die Schule und möchte eine Ausbildung absolvieren.
Olga S. Bocholt – Ich komme aus Kasachstan und lebe seit drei Jahren in Bocholt. Deutsch zu lernen ist keine leichte Aufgabe, aber ich bleibe dran. Mein größter Wunsch wäre es eine Ausbildung zu absolvieren. Ich möchte Friseurin werden. Haare stylen macht mir sehr viel Spaß. Wenn meine Tochter nächstes Jahr den Kindergarten besucht, dann möchte ich versuchen meinen Traum zu verwirklichen.
Selcan D. Bocholt – Ich bin in der Türkei geboren. Leider bin ich dort nicht zu Schule gegangen. Als ich nach Deutschland kam, habe ich jeden Morgen die Kinder in die Schule gehen sehen. Vielleicht klingt es komisch, aber mein Sehnsuchtsort ist die Schule. Ich habe mir selber das Lesen und das Schreiben beigebracht. Es war nicht leicht, aber jetzt bin ich in Berufskolleg Bocholt-West. Dort lerne ich weiter und möchte auf jeden Fall eine Ausbildung machen.
Tanara T. Bocholt – Ich bin sehr froh in Bocholt zu leben, denn Fahrradfahren ist zu meinem Hobby geworden. Mein Sehnsuchtsort ist die Archäologie. Ich bin sehr neugierig und begebe mich gerne auf Entdeckungstour. Mich haben die Überreste alter Kulturen und Zivilisationen schon immer fasziniert. Mir ist es be- wusst, dass ich nie Archäologin werden kann, aber die Neugier und Begeisterung für Geschichte behalte ich.