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Konzeption der Clearingstellen innerhalb der Wohngruppe Videris

1. Die Clearingplätze

Sicherheit – Individualität – Perspektiven
Die Clearingplätze der Wohngruppe Videris sind ein zeitlich befristetes Angebot für Kinder/ Jugendliche und deren Eltern, deren familiäre Situation kurz- und langfristig Klärung bedarf. Durch Einbeziehung des gesamten Familiensystems in den Hilfeprozess können krisenhafte Situationen entlastet werden. Ressourcen und Symptomatiken der Herkunftsfamilie und des Kindes/ des Jugendlichen werden hierbei in den Blick genommen.

Innerhalb der Regelwohngruppe mit acht Plätzen werden zwei Plätze für Clearingprozesse vorgehalten.
Durch Integration in eine stabile, authentische Gruppe kann den betroffenen Kindern und Jugendlichen ein sicheres Umfeld geboten werden, welches im Klärungsprozess unterstützend wirkt. Die heterogene Altersstrukur bietet Möglichkeit, sich innerhalb der Gruppe zu orientieren und einzuordnen.

Ziel des Clearingprozesses ist eine Einschätzung zum Hilfebedarf des jungen Menschen (und dessen Familie) zu gewinnen.

2. Zielgruppe

Zu der Zielgruppe zählen Kinder ab elf Jahren, deren Situation aus individuellen oder sozialen Gründen eine Gefährdung oder eine Überlastung darstellt. Perspektiven sind nicht erkennbar, so dass der Klärungsprozess im Mittelpunkt der Arbeit steht.

3. Die häusliche Umgebung

Im Haus steht jedem Kind/Jugendlichen ein eigenes Zimmer zur Verfügung. Die sanitären Anlagen sind nach Geschlechtern differenziert. Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschaftsräume, ein einladend eingerichtetes Wohnzimmer mit Essbereich sowie eine geräumige Küche. Ein großer Garten mit Terrasse lädt zum Spielen, Verweilen und Entspannen ein. Dem Haus ist ein großer Mehrzweckraum angeschlossen, der für Gespräche, Spiele, Klein- und Großgruppenaktionen geeignet ist.

4. Sozialräumliche Orientierung

Im Rahmen der Unterbringung in der Wohngruppe findet eine adäquate Orientierung in der Umgebung statt. Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind vor Ort gegeben und sollen den jungen Menschen den Kontakt zu anderen Kindern und Jugendlichen ermöglichen und Gelegenheit bieten sich in weiteren Kontexten neben Gruppe und Schule zu erfahren.

Soweit es möglich ist, sollen die Kinder und Jugendlichen den Besuch ihrer gewohnten Schule fortsetzen. Falls dies aus unterschiedlichen Gründen nicht der Fall ist, sind alle Schulformen vor Ort oder in erreichbarer Nähe.

5. Arbeit mit dem jungen Menschen

In der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen steht als Basis eine tragfähige Beziehung. Durch das Bezugsbetreuersystem erleben die Kinder und Jugendlichen einen verlässlichen Ansprechpartner.

  • Die Klärung der Perspektive
    Einschätzung zum Bindungsverhalten / zur Bindungsfähigkeit
    Einschätzung der Fähigkeiten und Defizite
    Abklärung des Gesundheitsuzstandes
    Abklärung des therapeutischen Bedarfs
  • Alltagsbewältigung
  • Förderung in der sozialen Entwicklung

6. Arbeit mit der Herkunftsfamilie

Art und Umfang der Arbeit mit der Herkunftsfamilie werden zu Beginn der Maßnahme mit allen Beteiligten besprochen. Auf Veränderungen, die sich innerhalb Prozesses ergeben, kann flexibel reagiert werden.

Wird die Arbeit mit der Herkunftsfamilie vollständig oder in Teilen von pädagogischen Mitarbeitern der Gruppe übernommen, steht basierend auf den Grundsätzen der systemischen Beratung der gesamte Familienkontext im Fokus. In bestimmten Fällen kann Notwendigkeit angezeigt sein, dass die Familienarbeit nicht von Mitarbeitern der Wohngruppe durchgeführt wird. Hier kooperieren wir mit trägerinternen und trägerexternen Institutionen.

In der Umsetzung bedeutet dies:

  • gemeinsame Klärung der Zukunftsperspektive
  • Einschätzung der Erziehungskompetenz der Eltern
  • Erweiterung der Erziehungskompetenz der Eltern
  • Stabilisierung der Elternrolle
  • Umsetzung der Reintegration
  • Begleitung von Loslöseprozessen

7. Perspektivklärung

Folgende Perspektiven können entwickelt werden:

  • Reintegration in die Herkunftsfamilie
    Unmittelbar nach Abschluss der Clearingphase oder nach Vorraussetzung, Unterstützungsbedarf, Erziehungskompetenz.
  • Vermittlung in eine Pflegestelle
    Es besteht eine enge Kooperation zu verschiedenen Modellen von Pflegestellen des Trägers.
  • Beheimatung in einer Wohngruppe
  • Verselbstständigung
    Der appartementähnliche Verselbstständigungsbereich im Anbau bietet Platz für zwei Jugendliche. Unter Berücksichtigung der individuellen Ressourcen werden hier die Jugendlichen auf das selbstständige Leben in einer eigenen Wohnung vorbereitet.
  • individuelle Maßnahmen

8. Team und Teamarbeit

Die Betreuung erfolgt durch SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen, unterstützt durch hauswirtschaftliche Kräfte und BerufspraktikantInnen. Ableistung von Spätdienst, Nachtbereitschaft und Frühdienst durch eine/n MitarbeiterIn ermöglicht verlässliche Ansprechpartner und 24 Stunden pädagogische Präsenz. Kollegiale Fallberatung, Supervision, Fort- und Weiterbildung werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt.

9. Kooperationen

Zusammenarbeit und Austausch besteht mit sämtlichen Institutionen, die im Hilfeprozess miteinander vernetzt sind. Hierzu gehören Schulen, Ärzte, Therapeuten. Zudem kooperieren wir innerhalb des Trägers eng mit den Mitarbeitern der flexiblen Hilfen Borken. Ebenso besteht die Option, intern eine psychologische Diagnostik durchzuführen.