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Plakatprojekt

ExpertInnen in eigener Sache

Insgesamt 19 Plakate sind als Ergebnis von drei Projekten, die im Kreis Borken zum Thema Integration durchgeführt wurden, entstanden.

Wie sehen junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund aus Rhede, Stadtlohn und Gronau Integration?

Welche Forderungen haben sie an die aufnehmende Gesellschaft?

Welche Begriffe, Aussagen, Anregungen bewegen die Jugendlichen?

Wie würden sie ihre Ideen in ein Plakat umsetzen wollen?

37 Jugendliche haben zu ihrem ureigensten Thema gearbeitet und Slogans zum Thema Integration entwickelt.
Zu jedem Slogan wurde eine Projektskizze erstellt und ein Fotoshooting durchgeführt. Die jungen Menschen haben ein Konzept ausgearbeitet.
Sie konnten sich intensiv in die gesamte Situation versetzen und ein ehrliches jedoch provokantes sowie tiefsinniges Gesamtbild formen.

Die Ideen der Jugendlichen hat die Designerin Olga Kudrjawzewa aufgegriffen und daraus die unterschiedlichen Entwürfe für Plakate erarbeitet.
Es wurde eine Vielzahl von Slogans entwickelt aus denen

„Welche Farbe hat Dein Herz“

„Integration ist ein Dschungel“

„Remix (mix your Life)“

„Diagnose:Ausländer“
„100 % Mensch“

„gekommen mit Frieden“

„Mission Integration“

als Plakat umgesetzt wurden.

Die Ergebnisse sind beeindruckend und zeigen, mit wie viel Engagement und Kreativität sie sich beteiligt haben, mit wie viel Vertrauen und Spaß sie an den Fotoshootings teilgenommen haben.
Ziel des Projektes war die Sensibilisierung für die Wahrnehmung sozialer und kultureller Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten.
Es sollte zum einen der Verständigung und Interaktion zwischen den beteiligten Jugendlichen führen und zum anderen als Ergebnis in Plakate münden, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren deren Aussage sie der einheimischen Bevölkerung näherbringt.
Die Plakate sollten provozieren, aufmerksam machen, auf den zweiten Blick des Betrachters wirken.
Das Besondere an dieser Reihe ist, dass die Jugendlichen sich sehr offen und auch schutzlos dem Betrachter zeigen. Weit entfernt von vielen gängigen Motiven zum Thema Integration.

Wie sehen junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund aus Rhede, Stadtlohn und Gronau Integration? Welche Forderungen haben sie an die aufnehmende Gesellschaft? Welche Begriffe, Aussagen, Anregungen bewegen die Jugendlichen?

Diese Fragen diskutierten Franziska Lengers Jugendmigrationsdienst Gronau, Carmen Wessels Jugendmigrationsdienst Bocholt, Barbara Beradis Jugendwerk Stadtlohn, Nadine Jaeger Jugendberufshilfe Gronau und die Designerin Olga Kudrjawzewa Gronau mit Studierenden des Driland Kolleg Gronau, Schülerinnen der Fridtjof-Nansen Realschule Gronau, SchülerInnen der Akademie Klausenhof, Schülerinnen der Losbergschule Stadtlohn, Schülerinnen des Gymnasiums Stadtlohn.

Wir hoffen, dass diese Arbeiten als kleine Mosaiksteinchen auf dem Weg zu gelingender Integration wirken.

Franziska Lengers JMD Gronau

Carmen Wessels JMD Bocholt


Die Expertinnen aus Stadtlohn

Diagnose Ausländer

Das erste Bild (vier Ärzte die auf einen herunter schauen): Ausländer stoßen oft auf Miss-Unverständnis, Angst, Aggressivität und auf Vorurteile. Die absurden Blicke sollen diese Situation auf eine übertriebene Art wieder geben. Oft wird „Ausländer sein“ fast so schlimm wie eine Infektion oder Krankheit erlebt. Da man Zurückgestoßen wird, sowie aus Unkenntnis auf Vorurteile stößt.
Diagnose:Ausländer lautet der Slogan, den eine Gruppe junger Migrantinnen aus Stadtlohn zum Thema Integration entwickelt hat. Sie sagen, man versucht ständig uns umzuformen und an uns herumzudoktern. Oft wird „Ausländer sein“ fast wie eine Diagnose angesehen. Gleichwohl stellen sie sich das Endprodukt sehr positiv, als „Multikultureller Mensch“ vor.


100 % Mensch

Hier ist die Aussage der jungen Frauen, dass es egal ist, welche Klamotten Du anhast, welche Sprache Du sprichst, welchen Beruf Du hast, woher Du kommst, Du bist immer 100% tig Mensch!


Die ExpertInnen aus Rhede

Integration Dschungle

 

Jugendliche Migranten erleben das Themenfeld Integration häufig als einen Dschungel, in dem es schwierig ist, sich zu recht zu finden. Viele Anforderungen werden an sie gestellt, von allen Seiten fühlen sie sich umzingelt, aber auch beschützt.


Welche Farbe hat Dein Herz?

„Welche Farbe hat Dein Herz“, die Plakate beantworten diese existenzielle Frage auf den zweiten Blick.


Remix your life

Remix your life, zeigt, wie vielfältig die Jugendlichen ihre Aussagen zu Integration treffen.



Die ExpertInnen aus Gronau

Mission Integration

Was wäre wenn……
wir jugendliche Migranten eher an ihren Leistungen, als an ihren vermeintlichen Schwächen messen?
Sie bringen uns eine neue Sicht darauf, – wie mutig es ist, in ein fremdes Land mit vielen unbekannten Regeln und Anforderungen zu gehen, – wie bunt Vielfalt sein kann,
• wie spannend es ist, Neues kennenzulernen,
• wie schwierig es ist, eine neue Sprache zu lernen,
• wie toll es ist, das alles zu meistern,
• wie wichtig es ist, dass auch in Deutschland die Politik und die Bevölkerung weltoffen ist und
• wie wichtig es ist, dass die in unserem Land lebenden Menschen, vor allem auch die
• Jugendlichen, sich mit Respekt und Toleranz begegnen.

Wenn wir die jugendlichen Migranten eher an ihren Leistungen, als an ihren vermeintlichen Schwächen messen, unterstützen wir sie dabei, dass sie sich häufiger als Supermann oder Superfrau erkennen.

 

gekommen mit Frieden
Alien von lat. alienus „fremd, fremdartig

Sie geben uns Rätsel auf. Wer sind sie? Was bringen sie mit? Wie leben sie? Was gefällt ihnen? Sie sehen anders aus, sie sprechen eine andere Sprache, sie haben eine andere Kultur. Sie machen uns Angst. Aber, sie kommen mit Frieden. Sie bringen Neues in unsere Welt
Sie haben sich auf uns und unsere Sicht der Welt eingelassen, denn sie haben die Qualifikation „Integration bestanden“.
Jetzt liegt es an uns, wie sich die Menschen die bei uns leben, angenommen und zu Hause fühlen.