Tagesgruppe Rhede

Burloerstr. 25
46414 Rhede

Tel: 02872-932585
Fax: 02872-932586

Aufnahmealter: 6-13 Jahre
Platzzahl: 8
Mitarbeiter*innen: 3 pädagogische Fachkräfte, 1 Hauswirtschaftskraft
Betreuungszeiten: 10.00 Uhr – 17.30 Uhr
Gesetzliche Grundlage: § 32 KJHG
Finanzierung: Tagessatz


Zielsetzung

Die Tagesgruppen sind ein teilstationäres Angebot aus dem Bereich der familienunterstützenden Hilfen. Die Tagesgruppe versteht sich als ein pädagogisch – therapeutisches Angebot für Kinder im Alter von 6 – 13 Jahren und deren Familien, die intensive Beratung und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer krisenhaften familiären Beziehungen wie auch der Stärkung ihrer Ressourcen in der Erziehungsfunktion suchen und aus ihrer Sicht benötigen.

Das Angebot soll die Entwicklung des Kindes durch soziales Lernen in der Gruppe, Begleitung der schulischen Förderung und Elternarbeit unterstützen und dadurch den Verbleib des Kindes in der Familie in seiner Familie sichern (§ 32 KJHG).

Die Umsetzung der o.g. Zielsetzung erfolgt auf der Grundlage eines systemischen Familienberatungsansatzes. Problemverständnis und Lösungsansätze werden dabei in einem gemeinsamen, partnerschaftlichen Prozeß mit allen Beteiligten entwickelt. Eltern sollen in ihrer Verantwortung gestärkt und in ihrer Sicht auf eigene Ressourcen unterstützt werden.

Veränderungsprozesse des Kindes werden mit Blick auf die innerfamiliäre Dynamik ermöglicht und durch das pädagogische Angebot der Tagesgruppen gezielt unterstützt.

In die Tagesgruppe kommen Kinder aus Familien, deren derzeitige Situation eine Überlastung darstellt und die eine Stärkung des familiären Systems wünschen. Die Familie sollte über aktivierbare Ressourcen verfügen und zur Zusammenarbeit mit der Tagesgruppe bereit sein.


Unsere Herangehensweise

Soziales Lernen in der Gruppe durch:

  • Bereitstellung sozialrelevanter Rahmenbedingungen und Strukturen, z.B. Lernen sozialer Gruppenregeln, Reflexion des Sozialverhaltens in themenzentrierten Gruppenangeboten.
  • Strukturierte Freizeitgestaltung, z.B. feste Angebote aus dem kreativen, musischen und sport – bzw. – erlebnispädagogischem Bereich.
  • Gezielte Förderung lebenspraktischer Fertigkeiten, z.B. angeleitete Übungen im Einkauf, Kochen Reparieren und Werken.

Bereitstellung der schulischen Förderung durch:

  • Förderung der Arbeitshaltung, z.B. tägliche strukturierte Begleitung bzw. Anleitung zur selbständigen Erledigung der Hausaufgaben, Kontrolle der Hausaufgaben und der Lernerfolge.
  • Gezielte Einzelförderung bei Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, z.B. Lese-Rechtschreib – und Rechentrainings.
  • Kontinuierlicher Kontakt und fachlicher Austausch mit den jeweiligen Lehrern/innen.

Wir bieten für Eltern

  • Nachhaltige Förderung und Verbesserung der familiären Ressourcen, um der Familie eine dauerhafte Bewältigung ihrer Probleme zu ermöglichen – und somit das Aufwachsen des Kindes in der Familie ohne weitere Hilfe zu gewährleisten.
  • Erarbeiten geeigneter (professioneller oder wenn möglich nicht – professioneller) Unterstützungsmaßnahmen für Familien, in denen das Kind zwar leben kann, die jedoch nicht alle anfallenden Probleme dauerhaft aus eigener Kraft bewältigen können.

Dies geschieht:

  • In einem flexiblen Beratungssetting in der Arbeit mit Familien, z.B. regelmäßige Familien – und Elterberatung, Paargespräche und Hausbesuche zu individuell vereinbarten Zeiten.
  • Häufige telefonische Kontakte, z.B. Rückmeldungen, Nachfragen, kurzfristige Beratungen und Kriseninterventionen.
  • Hospitation der Eltern in der Tagesgruppe. Auf Wunsch Teilnahme an Gesprächen mit Lehrern, Beratungsstellen, Kliniken usw.
  • Durchführung von Festen und Feiern – Familienfreizeiten.

Weitere Angebote

Heilpädagogische Einzelförderung

In der TG Rhede werden heilpädagogische Diagnostik und Förderung sowie psychomotorische Einzel- und Gruppenförderungen angeboten.

In der Heilpädagogik geht es darum, bei speziellen Erziehungserfordernissen sowie beim Vorliegen von Entwicklungs- und Beziehungshindernissen (Behinderung und soziale Benachteiligung) die notwendige und erforderliche Unterstützung für die betroffenen Kinder und Familien anzubieten.

Die Diagnostik dient der Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstandes und der Feststellung eventueller Entwicklungsverzögerungen oder -rückstände und findet nahezu ausschließlich in Form einer Förderdiagnostik statt. Es geht also nicht darum, im Sinne einer Defizitorientierung den Focus in erster Linie auf die schwachen und auffälligen Bereiche und deren Förderung zu richten, sondern herauszufinden und wertzuschätzen, was die Kinder gut können und vor allem was sie gern tun.

Die Eigenmotivation der Kinder spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung und Stabilisierung emotionaler und personaler Kompetenzen, wie z.B. Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein etc.

Die diagnostische Einschätzung ist insofern wichtig, als dass die gewonnenen Informationen wichtige Hinweise für den Umgang mit den Kindern enthalten und speziell für die schulische Förderung sehr hilfreich sein können.

Ein wesentlicher Vorteil der Diagnostik und Förderung im Rahmen der TG besteht im intensiven und täglichen Kontakt (der Heilpädagogin) zum Kind und in der dadurch gegebenen Möglichkeit des Beziehungsaufbaues, der die Durchführung der Diagnostik erheblich erleichtert, da die „Therapeutin“ keine fremde, unbekannte Person ist.

Die Bedingungen für eine ganzheitlich ausgerichtete Förderung, die sich nah an den Bedürfnissen des Kindes orientiert, sind innerhalb der TG optimal. Förderangebote können in den Gruppenalltag integriert werden, ohne dass das Angebot vom Kind als gesonderte Fördermaßnahme erlebt wird . Dies ist wichtig, weil ein Großteil der Kinder, die zu uns in die TG kommen, schon zahlreiche und unterschiedliche, teilweise sogar auch negative Therapieerfahrungen gesammelt haben und bereits ein Störungsbewusstsein entwickelt haben.

Psychomotorische Gruppenförderung

In der Tagesgruppe Rhede wird Psychomotorik als „pädagogisch-therapeutisches Konzept, das die Wechselwirkung psychischer und motorischer Prozesse nutzt“, regelmäßig angeboten. Über das Medium der Bewegung wird versucht, eine Beziehung zum Kind aufzubauen, seine psychische Befindlichkeit positiv zu beeinflussen und somit seine Gesamtentwicklung zu unterstützen. „Psychomotorische Förderung verfolgt einerseits das Ziel, über Bewegungserlebnisse zur Stabilisierung der Persönlichkeit beizutragen – also das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken -, andererseits soll jedoch auch eine Bearbeitung motorischer Schwächen und Störungen, aber auch der Probleme des Kindes in der Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt ermöglicht werden“.

Psychomotorische Förderung findet (überwiegend) in Kleingruppen bzw. als gemeinsames Angebot für alle Tagesgruppenkinder statt. Das Konzept bietet gute Möglichkeiten, um mit heterogenen Gruppen zu arbeiten bzw. auch Kinder mit sehr unterschiedlichen Entwicklungsschwierigkeiten oder -auffälligkeiten zu integrieren.

Psychomotorik im Kontext der TG richtet den Focus schwerpunktmäßig auf die Förderung des emotionalen Entwicklungsbereiches. In diesem Zusammenhang erweist sich das Rollenspiel als geeignete Methode, um Gefühlszustände spielerisch erlebbar und erfahrbar zu machen und den Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich in unterschiedliche Rollen hineinzuversetzen und diese auszugestalten und auszuprobieren.

Psychomotorische Förderung soll die Eigenaktivität und die gestalterischen Fähigkeiten des Kindes fördern und zum selbständigen Handeln anregen. Die Erfahrungen in der Gruppe dienen der Erweiterung und Verbesserung sozialer Kompetenzen.

Diese eben genannten Fördermöglichkeiten schließen externe Therapieangebote keinesfalls aus. Die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Praxen und Therapeuten und der kollegiale und fachliche Austausch bieten die Möglichkeit, ergänzend oder vertiefend auf die laufenden Therapien einzuwirken oder je nach Absprache gezielt an speziellen Themen und Schwerpunkten zu arbeiten und im Sinne der Ganzheitlichkeit interdisziplinär miteinander zu kooperieren.

Psychomotorische Gruppenangebote haben sehr positive Auswirkungen auf den Alltag in der Tagesgruppe und fördern den allgemeinen sozialen Zusammenhalt in der Gruppe. Auch Kinder, die sonst weniger miteinander spielen oder sich aus den unterschiedlichsten Gründen eher aus dem Weg gehen, verfolgen hier durchaus gemeinsame Ideen und Ziele. Die Fähigkeiten der anderen Kinder werden in diesem geschützten Rahmen auf völlig neue Art und Weise entdeckt und wertgeschätzt und fördern das allgemeine Gruppen- und Gemeinschaftsgefühl.


Übergreifende Projekte

Sexualpädagogisches Arbeiten

Die Medien machen es uns vor:
Das Fernsehen, die Werbung, das Internet, um nur einige zu nennen …,
Sexualität ist aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken.
Kinder und Jugendliche werden täglich mit Informationen aus der Erwachsenenwelt bombardiert, mit denen sie ohne Hilfe nicht umgehen können.

In der heutigen „aufgeklärten Zeit“ haben Kinder und Jugendliche viele Fragen und sind froh über Ansprechpartnerinnen, denen sie vertrauen können.
Die Kinder und Jugendlichen brauchen bezüglich Sexualität eine Erziehung, die ihnen hilft, die eigene Entwicklung zu verstehen und die ihnen verschiedene Möglichkeiten zu handeln aufzeigt.

Denn : Nicht – Wissen macht unsicher,
Halbwissen kann verwirren …,
Wissen macht Kinder und Jugendliche STARK!

Ziel unserer Arbeit ist es, die Kinder und Jugendlichen entsprechend ihres Entwicklungsstandes aufzuklären und an Familie und Schule anzuknüpfen.

Dabei geht es nicht darum „schlafende Hunde“ zu wecken, sondern Kinder und Jugendliche in ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität zu unterstützen, gerade auch aus Gründen der Prävention.

  • Ängste und Schuldgefühle abbauen
  • Umgang mit den eigenen Gefühlen
  • Sich selbst und den eigenen Körper akzeptieren, wie er ist
  • Aids – Prävention
  • Stärken des Selbstwertgefühls
  • Erziehung zu verantwortlichen sexuellem Verhalten
  • Den eigenen Körper kennen lernen
  • Entwicklung einer angemessenen Ausdrucksweise

Sportangebot

Soziale Gruppenarbeit der Tagesgruppe Bocholt in Zusammenarbeit mit den flexiblen Hilfen Rhede

Jeden Freitag haben die Flexiblen Hilfen Rhede sowie die Tagesgruppe Bocholt ein gemeinsames, sportives Angebot. Im Wechsel wird an einem Tag Fußball, in der darauf folgenden Woche Badminton gespielt. An dieser sozialen Gruppenarbeit nehmen 2-3 Pädagogen sowie etwa 5-8 Jugendliche teil.

Beim Fußball wird Wert auf gemischte Mannschaften gelegt. Das heißt, dass sich die Kinder und Jugendlichen jede Woche auf eine neue Situation einlassen müssen. Zunächst sollten sie innerhalb kurzer Zeit eine Aufstellung festlegen und dann gemeinsam versuchen, sich gegenseitig zu unterstützen. Da das Alter der Teilnehmer unterschiedlich ist, sind auch die Spielstärken nicht auf gleichem Niveau. Die Spieler müssen lernen, dies zu akzeptieren und sich gegenseitig zu unterstützen.

Beim Badminton steht entweder der direkte Vergleich zwischen zwei Spielern an oder es treffen im Doppel jeweils vier Spieler aufeinander.

Der größte Lernprozess in diesen beiden Angeboten wird im Erleben von Erfolgen und Misserfolgen geboten. Viele Jugendliche haben teilweise erhebliche Versagensängste gekoppelt an ein übertriebenes und offen zur Schau gestelltes Selbstwertgefühl. Diese Faktoren machen Ihnen besonders die Erfahrung mit Misserfolgen zur Qual. In diesen Situationen müssen die Pädagogen die Jugendlichen eng begleiten. Denn es kann sein, dass als Reaktion auf Misserfolg Aggressionen auftreten. Teilweise gegen Mitspieler, oder Pädagogen aber auch gegen Gegenstände. In solchen aufkommenden Situationen wird durch die enge Begleitung sofort und gezielt eine alternative Verhaltensweise angeboten. Es soll erlernt werden, das eigene Verhalten zu reflektieren und mit Aggressionen umzugehen.

Die Jugendlichen werden „hautnah“ begleitet und haben keine Möglichkeit, ihre Aggressionen gegen andere Personen zu richten.

Ähnlich verhält es sich mit Erfolgen. Hier werden die Verlierer direkt mit ihrer Niederlage durch die Gewinner konfrontiert. Natürlich gehört das Ausleben von Erfolgen zum Sport, richtet es sich jedoch gezielt als Provokation gegen unterlegene Mitspieler, wird dieses Verhalten unterbunden.

Sowohl bei der Reflektion von Erfolg, als auch von Misserfolg soll durch eine Konfrontation mit dem eigenen Verhalten die Sicht auf die „Opfer“ gelenkt werden. Durch das Ausbauen der Empathiefähigkeit wurden bereits erhebliche Fortschritte erzielt und die aggressiven Verhaltensmuster deutlich reduziert werden.

Ein weiterer Faktor dieser Gruppe ist das Erlernen von Gruppenfähigkeit. Alle Mitspieler müssen sich regelmäßig auf neue Konstellationen einlassen und gemeinsam eine Strategie entwickeln.


Das Team

(v.li.)

Brigitte Dickmann
Bauzeichnerin
Mitarbeiterin seit Mai 2005
Tätigkeitsbereich: Raumpflege

Theo Feldheim
Projektleiter
Mitarbeiter seit 1993

Christoph Kruse
Erzieher, Erlebnisspädagoge
AAT / CT – Trainer © i.A.
Mitarbeiter seit Oktober 2003
Tätigkeitsbereiche: Jugend – Tagesgruppenarbeit, Freizeitpädagogische Maßnahmen

Sonja Ziegler


Region: Bocholt/Rhede

Angebot: Tagesgruppen


Zukunft gelingt gemeinsam