5. Juni 2026
Beate Schürmann übergibt das Steuer
In einem feierlichen Rahmen im Althoffs Landhotel in Ochtrup haben die Geschäftsführung sowie zahlreiche Gäste unsere langjährige Pädagogische Leitung, Beate Schürmann, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Nach vierzehn Jahren, in denen sie mit Engagement, Klarheit und Weitblick stets den Kurs gehalten hat, setzt sie nun die Segel auf zu neuen Ufern. Wir verabschieden eine Kollegin, die nicht nur als Architektin der pädagogischen Landschaft galt, sondern die auch als Gestalterin mit Herz, Tempo und Weitblick in Erinnerung bleiben wird.
Ein Werdegang geprägt von Praxis und Fundament
Ihr beruflicher Weg begann im beschaulichen Lippetal. Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin durchlief sie alle Stationen von der Ergänzungskraft bis zur Leitung. Mit Mitte dreißig bewies sie ihren Drang nach Weiterentwicklung, absolvierte an der Fachhochschule Dortmund ihr Diplom als Sozialarbeiterin und verband so tiefe Praxiserfahrung mit einem fundierten wissenschaftlichen Hintergrund. Diese Mischung machte sie später zur idealen Besetzung für die großen Aufgaben in unserer Organisation.











Qualität, Wachstum und eine ordentliche Portion Tempo
In ihrer Zeit bei uns hat Beate Schürmann beeindruckende Fußspuren hinterlassen. Unter ihrer Mitwirkung wuchs die Zahl unserer Kitas von anfangs sieben auf stolze sechzehn Einrichtungen an, während die der Standorte für offene Ganztagsschulen von siebzehn auf neunzehn stieg.
Dabei füllte sie das Gütesiegel Beta mit Leben und etablierte die Pädagogik nach Reggio. Wie sehr sie sich dieser pädagogischen Haltung verbunden fühlte, zeigte auch das treffende Leitmotiv der Einladung zu ihrer Verabschiedung. Dort zitierte Loris Malaguzzi mit den Worten, dass ein Kind nur durch eigenes Entdecken seine Fähigkeit verbessert, Probleme zu verstehen und zu lösen. Genau in diesem Sinne wurden Kinder in unseren Einrichtungen stets als Forscher und Entdecker ernst genommen. Zudem trieb sie wichtige Themen wie das Beschwerdemanagement, das betriebliche Gesundheitsmanagement und das sexualpädagogische Konzept maßgeblich voran.
Bei zahlreichen Neubauten, Anbauten und Umbauten agierte sie stets mit dem Blick einer Pädagogin und der Genauigkeit einer Bauingenieurin. Selbst bei schwierigen Provisorien sah sie Räume immer als Möglichkeit und nicht als Problem, was sich unter anderem eindrucksvoll bei der Realisierung der Kreiskita Steppkes zeigte. Beate Schürmann war intern zudem bekannt für ihr hohes Tempo beim Gehen, Arbeiten und Denken. Dieses Tempo war jedoch nie reiner Aktionismus, sondern vielmehr Ausdruck ihrer Überzeugung, dass gute Pädagogik nicht warten darf, wenn Kinder Unterstützung benötigen.
Eine verlässliche Netzwerkerin über unsere Organisation hinaus
Auch außerhalb unseres Trägers war ihre Expertise hochgeschätzt. Als langjährige Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft 78 für den Kreis Steinfurt vertrat sie integer die Interessen der Kinder und Träger. Sie moderierte dort Diskussionen mit großer Geduld und brachte unterschiedlichste Interessen verlässlich zusammen. Darüber hinaus engagierte sie sich als Mitgründerin des Vereins Ombutschaften im Kreis Steinfurt. Für die Jugendämter war sie eine derart leidenschaftliche Ansprechpartnerin, dass sie selbst im Urlaub in den norwegischen Bergen für wichtige berufliche Fragestellungen ans Telefon ging.
Der Mensch hinter der Leitung
Trotz ihrer vielen Ausbildungen und verantwortungsvollen Aufgaben ist Beate Schürmann immer ein echter Familienmensch und eine Kollegin, die Wertschätzung lebte. Ob mit ihrer klaren und humorvollen Art, bei der leisen Diplomatie durch Süßigkeiten für die Verwaltung oder als zupackende Kraft an der Suppenkelle bei Notfällen in der Kitaküche, sie trennte die Fachlichkeit nie vom Menschlichen. Kolleginnen und Kollegen schätzten sie als Knotenfrau, die Herausforderungen beherzt anpackte und löste.
Nun tauscht sie Terminpläne gegen Landkarten und das Diensthandy gegen Campingstühle. Mit ihrem Mann Georg, ihren beiden Kindern und besonders ihrem Enkelkind Philippa freut sie sich auf ausgiebige Touren mit dem neuen Campingbus und viel Zeit auf dem Segelboot. Wir wünschen ihr für diesen neuen Lebensabschnitt von Herzen alles erdenklich Gute, Gesundheit und stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel.
Die beste Nachricht gibt es jedoch zum Schluss. Ein kleiner Teil des Ruhestandes muss noch warten. Beate Schürmann bleibt uns glücklicherweise noch für eine Herzensangelegenheit erhalten. Sie wird uns weiterhin maßgeblich bei der Einführung des Projektes Safewards in der Kindertagesbetreuung unterstützen. Wir sind überaus dankbar, dass wir auf diese Weise noch nicht vollständig Leinen los sagen müssen. Ein herzliches Dankeschön an Beate Schürmann für vierzehn Jahre leidenschaftliches Handeln, Klarheit und Herzblut.