Justy-App: Digitale Unterstützung für Jugendliche in der stationären Jugendhilfe – Ein Test-Pilot in der Ev. Jugendhilfe Münsterland
Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland beteiligt sich als eine von sechs Einrichtungen an der Testphase der innovativen Justy-App, die speziell für Jugendliche in stationären Jugendhilfeeinrichtungen entwickelt wurde. Das Projekt, das von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) ins Leben gerufen wurde und von der Aktion Mensch Stiftung mit 940.000 Euro gefördert wird, verfolgt das Ziel, die Rechte und die Partizipation von Jugendlichen in der Heimerziehung zu stärken.
Was ist die Justy-App?
Die Justy-App bietet den Jugendlichen in stationären Einrichtungen eine digitale Plattform, die nicht nur über ihre Rechte informiert, sondern auch als Beschwerdestelle dient und den Austausch mit anderen Jugendlichen sowie externen Hilfsorganisationen fördert. Die App soll dabei helfen, den jungen Menschen einen besseren Überblick über ihre Rechte zu verschaffen und sie in die Lage zu versetzen, diese selbstbewusst einzufordern.
„Für uns war es wichtig, dass die App nicht nur als Informationsquelle dient, sondern auch eine Kommunikationsplattform bietet“, erklärt Alexander Hundenborn, Projektleiter bei der Diakonie RWL. Die App enthält Funktionen, die den Jugendlichen ermöglichen, sich untereinander auszutauschen, sowie interaktive Elemente, die es ihnen erleichtern, ihre Rechte zu verstehen und zu nutzen.
Ziele des Projekts und Einbindung der Jugendlichen
Das Hauptziel des Projekts ist es, die Justy-App so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen und Interessen der Jugendlichen entspricht. Dabei werden die Jugendlichen aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden. In ersten Workshops konnten 19 Jugendliche und 17 Betreuende die App testen und wertvolle Rückmeldungen geben. „Es zeigt sich, dass die Jugendlichen nicht nur an einer besseren Kenntnis ihrer Rechte interessiert sind, sondern auch an einer verstärkten Interaktion mit anderen Jugendlichen sowie an digitalen Angeboten wie etwa einer virtuellen Gestaltung ihres Zimmers“, so Marius Biele, wissenschaftlicher Begleiter des Projekts an der Fachhochschule Dortmund.
Eine App, die die Zusammenarbeit stärkt
Neben den Jugendlichen werden auch Fachkräfte aus den Einrichtungen in den Entwicklungsprozess einbezogen. Denn nur wenn die App auch von den Mitarbeitenden akzeptiert wird, kann sie langfristig erfolgreich eingesetzt werden. „Die App soll nicht den persönlichen Kontakt und das Vertrauen innerhalb der Einrichtungen ersetzen, sondern ergänzen und zusätzliche Wege der Kommunikation eröffnen“, betont Tim Rietzke, Geschäftsfeldleiter der Diakonie RWL.
Wie geht es weiter?
Die App befindet sich derzeit in einer intensiven Testphase. In den kommenden Monaten werden auf Grundlage der Erfahrungen der Jugendlichen und Fachkräfte Anpassungen vorgenommen, bevor die App 2026 in eine breite Erprobung geht. Ziel ist es, die Justy-App nach Abschluss der Testphase bundesweit allen Jugendlichen in stationären Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.
„Justy ist ein Prozess, und die Rückmeldungen der Jugendlichen sind uns dabei besonders wichtig“, so Hundenborn. Auch in Zukunft sollen die Jugendlichen die Möglichkeit haben, die App weiter mitzugestalten und so einen echten Einfluss auf ihre Lebenswelt zu nehmen.

Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland als Vorreiter
Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland ist stolz darauf, Teil dieses wichtigen Projekts zu sein und mit der Diakonie RWL sowie der Fachhochschule Dortmund an der Weiterentwicklung dieser wegweisenden App mitzuwirken. „Wir sehen in der Justy-App eine große Chance, die Selbstbestimmung und das Wohlbefinden der Jugendlichen in der stationären Jugendhilfe zu fördern und sie bei der Durchsetzung ihrer Rechte zu unterstützen“, sagt Betty Loschelder, Beschwerdekoordinatorin der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland.
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Frohes neues Jahr 2025
Wir starten voller Tatendrang und Vorfreude ins neue Jahr! 2025 hält viele spannende Herausforderungen für uns bereit – aber vor allem sind wir weiterhin mit ganzem Herzen und vollem Einsatz für Kinder, Jugendliche und ihre Familien da.
Ob in unseren Kitas, der stationären und ambulanten Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit, in der Unterstützung von Familien in Krisensituationen oder bei der Begleitung von jungen Menschen auf ihrem Weg in die Erwachsenenwelt – wir setzen uns in allen Bereichen der Jugendhilfe für eine positive und chancengerechte Zukunft ein. Unsere Arbeit ist vielfältig, aber immer klar auf eines ausgerichtet: Kinder & Jugendliche in allen Lebenslagen zu helfen und gemeinsam mit ihnen Perspektiven zu schaffen.

Ein besonderes Highlight für uns in diesem Jahr: Wir feiern 30 Jahre Evangelische Jugendhilfe Münsterland! Und auch wenn wir jetzt schon drei Jahrzehnte auf dem Buckel haben – wir fühlen uns genauso motiviert und engagiert wie zu Beginn! Wir blicken auf eine beeindruckende Entwicklung zurück, aber blicken auch mit viel Vorfreude in die Zukunft, in der wir weiterhin gemeinsam mit Dir die nächsten Herausforderungen angehen möchten.
Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns im letzten Jahr unterstützt und begleitet haben – ob durch ihre tatkräftige Arbeit, durch Spenden oder durch ihre wertvolle Partnerschaft. Ihr seid ein wichtiger Teil dessen, was wir tun.
2025 wird ein Jahr, in dem wir weiterhin alles geben, um unsere Vision einer gerechten und unterstützenden Zukunft für alle jungen Menschen zu verwirklichen. Gemeinsam können wir viel erreichen und die Welt von morgen ein Stück besser machen.
Auf ein Jahr voller neuer Chancen, inspirierender Begegnungen und einer weiterhin starken Zusammenarbeit!
Bildquelle: Jill Wellington auf Pixabay
Weihnachtsgrüße 2024

Festessen bei den Zauberlichtern in der Kita Lichtblick
„Ein gemeinsames Essen, so wie Ostern immer, ein Festessen, das wünsche ich mir.“ Maya hat im Kinderparlament einen besonderen Wunsch geäußert:
Ein Festessen an einer langen, festlich geschmückten Tafel. Die Idee fanden alle Kinder und auch die Fachkräfte super. Die Kinder hatten viele tolle Ideen für die Planung. Sie wollten Sternengirlanden basteln, Tischdecken und schöne Servietten, Tannengrün und Weihnachtskugeln und einen schönen Eingang zum gedeckten Tisch.
Jede Familie hat etwas Leckeres mitgebracht und so entstand ein vielfältiges Buffet. Maya‘s persönlicher Herzenzwunsch war vegetarisches Sushi, und sie freute sich besonders, dass ihre Mama mit ihr zusammen dies für alle zubereitet und mitgebracht hat.
Es war ein schönes und fröhliches Fest voller Köstlichkeiten, Kreativität und Gemeinschaft!



Tannenbaum-Abenteuer vom Lummerland

Vor kurzem sind zwei Erzieherinnen mit 10 fröhlichen Kindern zum Baumarkt gegangen, um einen Tannenbaum für unsere Kita auszusuchen. 🛒🎅
Mit viel Freude haben die Kinder den Baum im Bollerwagen zurück zur Kita gezogen – das war ein riesen Spaß! 💚
Ein herzliches Dankeschön geht an Hagebauprofi Mayrose in Mesum, die uns diesen wunderschönen Tannenbaum geschenkt haben! 🌲✨

Der Baum wird jetzt noch festlich geschmückt, und wir freuen uns schon sehr auf die besinnliche Weihnachtszeit! 🎉

Wie zwei Jugendliche beim Laufen über sich hinauswuchsen

An einem sonnigen Herbsttag wagten zwei junge Menschen den Sprung ins Ungewisse: Zusammen mit der prominenten Unterstützung des bekannten Schlager-Stars Mickie Krause – selbst passionierter Marathonläufer – traten sie zu einem 5-Kilometer-Lauf an. Was nach einem gewöhnlichen Lauf-Event klingt, war für sie der Höhepunkt eines langen, harten Weges – einer Reise, die weit über sportliche Herausforderungen hinausging. Es war ein Kampf gegen innere Widerstände, Zweifel und die eigene Komfortzone. Die Veranstaltung war Teil der landesweiten Präventionsinitiative „Kurve kriegen“, die sich für Jugendliche einsetzt, bevor Fehltritte zu Lebenskrisen werden.
Die wachsende Jugendkriminalität, nicht nur im Kreis Steinfurt, ist alarmierend. Gerade deshalb ist die Arbeit von „Kurve kriegen“ heute wichtiger denn je. Der Lauf war für die beiden Jugendlichen mehr als ein Rennen – er wurde zum Symbol für ihren Mut, die Kurve zu kriegen und sich selbst zu beweisen, dass Veränderung möglich ist.
Die verborgene Herausforderung: Der lange Weg zur Startlinie
Doch bevor es überhaupt zum Startschuss kam, lag ein steiniger Weg vor ihnen. Wochenlang hatten Guido Wilke, Kriminalhauptkommissar bei der Polizei, und Jens Zipser, pädagogische Fachkraft bei der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland, die Jugendlichen darauf vorbereitet. Es war nicht nur körperliche Anstrengung gefragt, sondern vor allem mentale Stärke und emotionale Unterstützung. „Wir wollten ihnen zeigen, dass sie mehr schaffen können, als sie denken – wenn sie dranbleiben“, erzählt Wilke.
Leicht war es nicht. Es war ein ständiges Auf und Ab der Motivation. Zu jedem Trainingsbeginn gab es mehr Gründe, nicht zu laufen, begleitet von immer wiederkehrenden Fragen: „Wofür das Ganze? Brauch ich das? Muss das wirklich sein?“ Trotz der Zweifel und Rückschläge kämpfte der Kommissar und der Sozialpädagoge unermüdlich weiter, weil sie an die Jugendlichen glaubten – auch wenn diese selbst oft nicht mehr an sich glaubten. Zusätzlichen Motivationsschub gab es von Entertainer Mickie Krause, der sich sofort bereit erklärt hatte, das Lauf-Projekt zu unterstützen. Für Krause war es keine Frage der Größe des Events: „Es ist egal, wie groß oder klein eine Veranstaltung ist. Wichtig ist, dass die Jugendlichen spüren, dass wir an sie glauben.“ Mit seinem „Gemeinsam schaffen wir das!“ gab er den beiden Jugendlichen beim Start die nötige Extra-Motivation. Für die Jugendlichen war es ein Zeichen: Sie waren nicht allein auf dieser Strecke.
Schritt für Schritt: Der Lauf beginnt
Als die beiden zusammen mit dem bekannten Schlager-Star, den Sozialpädagogen und dem Polizisten schließlich losliefen, war schnell klar, dass es kein Spaziergang werden würde. Jeder Schritt schien schwerer, jeder Kilometer endlos lang. Aber sie blieben dran. „Es geht nicht nur darum, körperlich durchzuhalten“, erklärt Jens Zipser. „Es geht darum, zu erfahren, was es bedeutet, wirklich nicht aufzugeben.“ Für die Jugendlichen, die es gewohnt waren, Schwierigkeiten lieber aus dem Weg zu gehen, war dies eine völlig neue Erfahrung.

Die Anstrengung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, aber da war auch ein Funkeln in ihren Augen: Entschlossenheit. Sie wollten es schaffen – nicht für die anderen, sondern für sich selbst.
Der Moment des Triumphs: Die Ziellinie und was sie bedeutet
Als sie schließlich die Ziellinie überquerten, war es still um sie. Kein großer Jubel, keine Menschenmassen. Doch in diesem Moment hatten sie etwas gewonnen, das viel wertvoller war als jede Medaille: Das Bewusstsein, eine persönliche Grenze überwunden zu haben. Es war kein Sieg über die Vergangenheit, sondern ein Sieg über das Gewohnte, was ihnen vorher als unmöglich erschien. Darüber hinaus wurde ihnen deutlich, dass es zwischen Sprüche klopfen und Ziel erreichen tatsächliche Anstrengung bedarf, die sich im Nachhinein auch gut anfühlen kann.
Ein Neuanfang
Für beide Teilnehmer war das Training und der Lauf vielleicht ein Hinweis auf eine Reise, an die sie sich vielleicht einmal erinnern werden unter dem Motto: „Die Reise beginnt mit dem ersten Schritt, und wer hat gesagt, dass es leicht wird?“
Das Leben feiern – auch das gehört dazu
Dass das Leben nicht nur Anstrengung bedeutet, wurde zum Ausklang dieses Events zelebriert. Beim gemeinsamen Pizzaessen im NABU-Lehmgarten, zu dem sich auch Mickie Krause noch ganz besonders viel Zeit nahm, wurden Erfahrungen und Erinnerungen in lockerer Runde ausgetauscht. Die Aussage eines Teilnehmers, dass dies der geilste Nachmittag seit langer Zeit gewesen sei, überrascht und macht nachdenklich zugleich.
