Ganz frisch gedruckt ist er soeben eingetroffen: der aktuelle Geschäftsbericht des Diakonieverbund Schweicheln e.V. Wie immer mit vielen interessanten Beiträgen aus den verschiedenen Einrichtungen und Gesellschaften des Verbunds:
„Warum wir tun, was wir tun“Titel des diesjährigen Geschäftsbericht ist „Warum wir tun, was wir tun“, deshalb beginnen viele Beiträge mit den Worten „Mich/uns treibt an, …“ Eine spannende Frage, denn oft ist der Alltag anstrengend, manchmal auch frustrierend. Umso wichtiger, sich zu besinnen: Wie bin ich eigentlich zu meinem Beruf gekommen, was treibt mich heute an, mich weiterhin für die Belange von Kindern und Jugendlichen einzusetzen, die auf meine/unsere Hilfe angewiesen sind.
Die teils sehr persönlichen Antworten findet man unter anderem in den Artikeln aus „Team Münsterland“:
Mich treibt an, dass Kinder Chancen brauchen, sich zu Persönlichkeiten zu entwickeln, welche selbstbestimmt und wirksam unsere Gesellschaft mitgestalten.
Rosali Witthake – Projektleitung KompetenzZentrum Pfegefamilien
Mich treibt an, dass ich jeden Tag die Vielfalt der Menschen erleben darf.
Sandra Puszcz-Küpers – Motopädin und Inklusionsfachkraft Kita Sterntaler Vreden
Mich treibt an, dass es mich erfüllt, Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen.
Betty Loschelder – Regional- und Schulkoordinatorin der Region Steinfurt
Mich treibt an, Wege zu erkunden, die zunächst unmöglich erscheinen. Ich habe Lust auf unkonventionelle Nischen.
Voktoria vom Hagen – Projektleitung JuMeGa Nord
Uns treibt an, dass wir durch unsere Arbeit maßgeblich an der Gestaltung der Lebenswege von Kindern, Jugendlichen und Familien beteiligt sein können.
Christine Hüppe – Inobhutnahme Nord, Kristina Feuersträter – Psychologischer Dienst, Lena Leewe – Leitung Therapeutische Mädchenwohngruppe Ibbenbüren
Den Geschäftsbericht 2022 können Sie hier als PDF downloaden.

Viele Gratulant*innen ließen es sich nicht nehmen, herzliche und dankbare Worte an die Leiterin der Übermittagsbetreuung der St. Bonifatius Grundschule in Birgte, Sabine Ungruh, und ihr Team zu richten für das hervorragende, sehr zuverlässige und beständige Engagement, mit dem das Team eine seit Jahren stetig steigende Zahl von Kindern nach dem Schulunterricht betreut.
Mit einer immer positiven und sehr kreativ vorausschauenden Haltung agiere das Betreuungsteam um Sabine Ungruh angesichts der hohen Anmeldezahlen bei der manches Mal doch angespannten Raumsituation, beschrieb Georg Friedrich Becker, Pädagogische Leitung, die hervorragende Arbeit, die seit 10 Jahren in Trägerschaft der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland pädagogisch begleitet wird.

Im Jubiläumsjahr konnten die Kinder mit ihren Betreuerinnen zu Beginn dieses Schuljahres endlich aus den Containern raus und in die ehemaligen Räume des Kindergartens einziehen. Hervorgehoben wurde auch – und dies zugleich in der anschließenden Rede des Schulleiters Georg Rohlmann bestätigt – die vorbildliche Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe, ohne die manches akute Problem (z.B. Raumnot bei schlechtem Wetter, plötzlicher Personalengpass durch Krankheit in der ÜMI einerseits oder ein nicht abgeholtes Kind aus der Schule andererseits…etc.) nicht so reibungslos gelöst werden konnte.
Liebevoll „ÜMI“ (ÜberMittagBetreuung) nennen die Birgter die beliebte Einrichtung und deren Mitarbeiterinnen an der Schule, die für jede noch so kleine oder größere Herausforderung eine Lösung suchen und zumeist auch finden, was sich in den wertschätzenden Glückwünschen und Geschenken sowohl der Lokalpolitiker, hier insbesondere Bürgermeister David Ostholthof und Minister Karl-Josef Laumann, sowie der zahlreich erschienenen Eltern und Kinder ausdrückte. Karl-Josef Laumann betonte in seiner persönlichen Ansprache, dass es ihm als Birgter Kind ein Herzenswunsch sei, der Einladung zu diesem Jubiläum nicht als Minister, sondern als ehemaliger Schüler zu folgen.
Einstudierte Aufführungen der Kinder, ein sehenswerter Basar, der mit großer Unterstützung vieler Familien zustande kam, ein ansprechendes Angebot für das leibliche Wohl sowie zahlreiche Aktionen für die Kinder sorgten für kurzweilige Stunden auf dem Schulgelände.
Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland arbeitet derzeit an der Erstellung eines Einrichtungsschutzkonzeptes gegen Gewalt. Die betreuten Kinder und Jugendlichen, aber auch deren Familien und die Mitarbeitenden des Trägers sollen hierdurch noch besser gegen Gewalt jeglicher Art geschützt werden. Der Erstellungsprozess ist für die kommenden zwei Jahre angesetzt und wird extern von der „Praxis für Sexualität“ aus Duisburg begleitet.
Ein Einrichtungsschutzkonzept kann nur erfolgreich sein, wenn der ganze Träger daran beteiligt ist und eine Kultur des Gewaltschutzes lebt.
In der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland sind das neben den betreuten Kindern, Jugendlichen und Familien mittlerweile über 1000 Mitarbeiter*innen in ca. 100 Projekten. Zum Auftakt des Erstellungsprozesses für das Einrichtungsschutzkonzept fand am 28.09.2022 ein Fachtag im Ballenlager in Greven statt. Für die 120 teilnehmenden Fachkräfte hatte die „Praxis für Sexualität“ ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.
Nachdem Karin Beckmann als Geschäftsführende die anwesenden Gäste und Mitarbeiter*innen begrüßt hatte, stand der Vormittag ganz im Zeichen der Vorträge von Werner Meyer-Deters und Ulrike Leimanzik. Meyer-Deters referierte über „Die Janusköpfigkeit der Macht im Kontext von Hilfe und Beratung“, wohingegen Leimanzik „Polizei und soziale Arbeit – Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit“ in den Fokus nahm. Die Themenauswahl und zahlreiche Praxisbeispiele sorgten dafür, dass es während und nach den Vorträgen zu einem lebendigen Austausch zwischen allen Anwesenden kam.
Nach diesem Input ging es nachmittags in die verschiedenen Workshops. Unter Moderation des Teams der „Praxis für Sexualität“ beleuchtete man konkrete Themen des Einrichtungsschutzkonzeptes, z.B. die Risiko- und Ressourcenanalyse sowie Beschwerdewege unter dem Aspekt von Partizipation. Es wurde sich zudem mit Ideen für einen Verhaltenskodex und einen Interventionsleitfaden und nicht zuletzt mit einer Kultur der Achtsamkeit und Fehlerfreundlichkeit auseinandergesetzt. Die Ergebnisse und Anregungen aus den Workshops werden im weiteren Verlauf in die Erstellung des Einrichtungsschutzkonzeptes eingebunden.
Am Ende des Tages konnte man viele positive Rückmeldungen zu den Inhalten, aber auch zum Ablauf der Veranstaltung vernehmen. Es herrschte eine positive Aufbruchsstimmung, um die Themen des Tages mit in die verschiedenen Projekte zu nehmen.
Für eine Steuerungsgruppe, bestehend aus 20 Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Arbeitsbereichen, geht es direkt weiter mit der Erarbeitung des Einrichtungsschutzkonzeptes gegen Gewalt. Hier ein kleiner Ausblick: Damit in der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland kein Raum für Gewalt bleibt, werden Präventionsangebote ausgearbeitet und in Zukunft fortlaufend umgesetzt. Alle sollen über ihre Rechte und Pflichten für ein gewaltfreies Miteinander informiert sein. Auch die Intervention bei möglichen Vorfällen wird klar geregelt. Möglicherweise Betroffene von Gewalt werden eine Ansprechpartnerin und Begleiterin haben. Verantwortlich hierfür werden die Mitarbeiterinnen Judith Milbradt für den Bereich Intervention und Luzie Vriesen für den Bereich Prävention sein. Auch das bereits fest installierte Beschwerdemanagement, das durch Betty Loschelder organisiert wird, wird weiterhin ein wichtiger Bestandteil bleiben.
Text: Luzie Vriesen
Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland ist Trägerin von 16 Offenen-Ganztags-Angeboten an Grundschulen im Münsterland. In Regie der beiden Schulkoordinatorinnen Betty Loschelder und Andrea Kestermann wurde an zwei Fachtagen das Thema „Inklusion im Ganztag“ von mehreren Seiten beleuchtet. Mehr als 80 Mitarbeitende aus acht Teams nahmen das Fortbildungsangebot aus Workshops und Vorträgen an.
Der Begriff „Inklusion“ wurde dabei eher weit gefasst und so beinhalteten die Fortbildungstage neben Workshops zur Lernförderung, zum Umgang mit herausforderndem Verhalten und interkulturellen Irritationen auch Arbeitsgruppen zur eigenen Rolle der pädagogischen Kräfte.

In der Region Steinfurt findet der Fachtag bereits jährlich trägerübergreifend statt. Für die Offenen Ganztage in Emsdetten, Greven, Saerbeck und Ladbergen war es die erste Veranstaltung dieser Art. Sie soll ab jetzt fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit werden.
„Man konnte deutlich spüren wie viel Energie und Engagement die Kolleginnen und Kollegen heute mitgebracht haben“, berichtete eine Teilnehmerin zufrieden, „ich habe sehr viele Ideen und Anregungen bekommen, die ich unmittelbar in unsere tägliche Arbeit mit den Kindern integrieren kann.“
Die Veranstaltung wurde als Qualifizierungsmaßnahme für Mitarbeitende im Offenen Ganztag durch das Institut für Soziale Arbeit e V. (ISA) gefördert und in einer NRW-weiten Veranstaltung präsentiert.

Inklusions-Fachtag in Emsdetten: u.a. Workshop mit Lerntherapeutin Katharina Lehmann
Offizielle Einweihungsfeier im Neubau der Mobilen Betreuung Rheine und der Flexiblen Hilfen Rheine
Zwei Projekte – ein Einweihungsfest: Die Mobile Betreuung Rheine und die Flexiblen Hilfen Rheine feierten mit vielen Gästen ihren Neubau an der Münsterstraße 52. Das schmucke Gebäude bietet auf drei Etagen Wohnungen für Menschen, die das selbstständige Leben erlernen und noch eine engere Anbindung benötigen. Dafür befinden sich die zwei Teams direkt mit im Haus. Neben den Büros können auch im Begegnungsraum Gespräche mit den Fachkräften stattfinden.
„Das ist dann eine ganz andere Atmosphäre, als wenn man zwischen sich einen Schreibtisch stehen hat“, erläutert Carina Tiekötter, Projektleitung der Mobilen Betreuung Rheine, „die Bewohner*innen sitzen hier auch gern gemütlich beisammen und tauschen sich untereinander aus.“
Kollege Sven Oberfeld, Projektleiter der Flexiblen Hilfen Rheine, ist ebnfalls sehr glücklich darüber, dass beide Projekte jetzt ein modernes, attraktives Gebäude zur Verfügung haben.
Auch für junge Mütter, die keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung (mehr) benötigen, bietet das Haus an der Münsterstraße passende Wohneinheiten.
Zur Einweihungsfeier kamen interne sowie externe Gäste, um Kontakte zu stärken und die nagelneuen Räumlichkeiten zu besichtigen. Eine Bewohnerin hatte sogar eingeladen, ihre gerade bezogene sehr ordentliche Wohnung für die Besucher*innen zu öffnen, allerdings mit der Vorgabe „Schuhe bitte ausziehen“, was selbstverständlich eingehalten wurde.
Noch mehr Offenheit, die viele anrührte, zeigte die 28-jährige Saskia, die leider erkrankt nicht anwesend sein konnte, aber in einem offenen Brief ihre ganz persönliche Geschichte erzählt.

Saskias junges Leben war bestimmt von Umzügen zwischen den getrennten Eltern, Klinikaufenthalt wegen psychischer Probleme und Aufnahmen in verschiedenen Einrichtungen der Ev. Jugendhilfe, als sie mit erst 16 schwanger wird. Ganz selbstkritisch bezeichnet sie sich rückblickend als sehr anstrengende Klientin. Dankbar ist sie, dass immer versucht wurde, sie „auf die richtige Schiene“ zu bringen. Auch Raimund Gausmann, Beigeordneter der Stadt Rheine und unter den Gästen an diesem Tag, richtet Saskia aus, dass sie ohne seine Entscheidungen nicht da wäre, wo sie jetzt ist. Nämlich: an der Seite eines festen Partner mit mittlerweile „4 großartigen Kindern“. Ein richtiges Happy-End, an dem alle Anwesenden an diesem Tag teilhaben durften.
18 Mitarbeitende der Ev. Jugendhilfe strahlten mit der Sonne um die Wette: Sie alle haben die umfangreiche sexualpädagogische Weiterbildung abgeschlossen und dürfen sich nun „Sexualpädagoge/Sexualpädagogin (AWO)“ nennen.
Die Evangelische Jugendhilfe hatte Mitarbeitende aus verschiedenen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe zu dieser Weiterbildung eingeladen: Aus Wohngruppen, Ambulanten Hilfen, Schulsozialarbeit, Offenen Ganztagsschulen und Pflegefamilien kamen Menschen zusammen, um sich mit Themen rund um Sexualität zu beschäftigen.
Bildungsreferentin Beate Horstmann und Alexander Daum von der AWO Fachstelle für Jugendarbeit und Sexualpädagogik Münster haben die Gruppe ein halbes Jahr lang begleitet und zu Multiplikator*innen ausgebildet. Das hat allen offensichtlich viel Freude bereitet. Die Themen waren vielfältig: sexuelle Vielfalt, psychosexuelle Entwicklung, Verhütung, sexualisierte Gewalt oder Pornografie.
Alexander Daum: „Um Kindern und Jugendlichen kompetent bei Fragen zur Sexualität zu begegnen, sollte man sich selbst mit wichtigen Themen und eigenen Haltungen auseinander gesetzt haben. Neben den fachlichen Aspekten bietet die Weiterbildung dafür Raum.“
„Die intensive Auseinandersetzung mit sexualpädagogischen Themen ist ein wichtiger Baustein im Rahmen unseres Einrichtungsschutzkonzeptes“, erläutert Karin Beckmann, die bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate anwesend war.
